EXPERTENTIPP

Abmahnung vom Arbeitgeber - wann ist sie erlaubt, welche Konsequenzen bringt sie mit sich

Erhält ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber ein Abmahnschreiben, beanstandet dieser damit ein Verhalten, das gegen Vereinbarungen des Arbeitsvertrages verstößt. Damit einher macht der Chef gleichzeitig die Ankündigung, im Wiederholungsfall von der Möglichkeit einer Strafe Gebrauch zu machen.
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Was ist eine Abmahnung?

Die Abmahnung (auch Rüge oder Tadel) ist Teil des Arbeits­rechts. Wegen des Prinzips der Verhältnis­mäßig­keit sollte sie fürs erste eine drohende Kündigung ersetzen. Erhält ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber ein Abmahnschreiben, beanstandet dieser damit ein Verhalten, das gegen eine oder mehrere Vereinbarungen des Arbeits­vertrages verstößt. Damit einher macht der Chef gleichzeitig die Ankündigung, im Wiederholungsfall von der Möglichkeit einer Strafe Gebrauch zu machen.

Wann kann der Chef eine Rüge erteilen?

Die Rüge ist eine Maßnahme, die ein Arbeitgeber ergreifen kann, wenn sein Mitarbeiter sich entgegen dem im Arbeits­vertrag Vereinbarten verhält. Dieses Fehlverhalten kann sich in vielerlei Hinsicht äußern. Erfüllt ein Arbeitnehmer nicht die ihm zugewiesenen Aufgaben und kann dafür keine plausiblen Gründe anführen (z.B. Überlastung, Unkenntnis der Materie), hat der Arbeitgeber die Möglichkeit ihn abzumahnen. Ein anderer Grund wäre, dass der Mitarbeiter mehrfach gegen die Betriebsordnung verstößt. So gilt als regelmäßiger Arbeits­beginn acht Uhr, er kommt aber immer um kurz nach halb neun, ohne eine Entschuldigung für sein Zuspätkommen vorzubringen. Der Chef kann seinen Untergebenen auch tadeln, wenn dieser mehrfach gegen ausdrückliche Arbeits­anweisungen verstößt. Ein Beispiel hierfür ist, dass der Chef festgelegt hat, jeder Mitarbeiter müsse seinen Schreibtisch aufräumen, bevor er das Büro verlässt. Doch jeden Abend, wenn der Chef vor dem Schreibtisch des betreffenden Mitarbeiters steht, muss er feststellen, dass dieser sich der Anweisung widersetzt. Auch eine Rufschädigung oder ein Verstoß gegen die Verschwiegen­heits­pflicht sind abmahnfähig.

Was kann der Mitarbeiter gegen die Rüge seines Chefs tun?

Um sich gegen eine drohende Kündigung zu wehren, sollte der betroffene Mitarbeiter schon die erste Rüge ernst nehmen. Denn entgegen der allgemeinen These, dass man dreimal abgemahnt werden muss, bevor der Chef die Kündigung aussprechen kann, reicht grundsätzlich schon eine einzige Rüge aus. Falls der betroffene Mitarbeiter sich nichts vorzuwerfen hat und somit auch kein Abmahngrund gegeben ist, sollte er sich überlegen, gegen das Abmahnschreiben vorzugehen. Dabei hat er die Möglichkeiten, der Rüge zu widersprechen und eine Gegendarstellung des betreffenden Sachverhaltes anzufertigen. Diese ist von seinem Chef in der Personalakte abzulegen. Falls der betroffene Mitarbeiter davon überzeugt ist, dass die Rüge ungerechtfertigt ist, kann er die Entfernung des Schreibens aus der Personalakte verlangen. Dies geht oft einher mit einer Klage.

Welche Konsequenzen ergeben sich durch die Beanstandung des Arbeitgebers?

Durch den Tadel will der Chef seinem Mitarbeiter zeigen, dass dieser sich nicht so verhält, wie er es von ihm erwartet. Der Chef möchte mit der Abmahnung bewirken, dass der Arbeitnehmer das beanstandete Verhalten ändert. Erkennt der Mitarbeiter seinen Fehler an und wiederholt ihn nicht mehr, wird die Beanstandung des Arbeitgebers keine weiteren Konsequenzen für ihn haben. Im Laufe der Zeit verliert die frühere Drohung ihre Wirkung. Erkennt der Mitarbeiter sein tadelhaftes Verhalten nicht an und ändert er es auch nicht, muss er aber damit rechnen, dass der Chef arbeits­rechtliche Schritte gegen ihn einleiten kann. Dabei sollte er auch bedenken, dass die letzte Strafe die Kündigung sein kann.

12.09.2019
Abmahnung vom Arbeitgeber - wann ist sie erlaubt, welche Konsequenzen bringt sie mit sich
Abmahnung vom Arbeitgeber - wann ist sie erlaubt, welche Konsequenzen bringt sie mit sich
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