EXPERTENTIPP

Das Waffengesetz in Deutschland - Anforderungen und Regeln zum Besitz einer Schusswaffe

In den letzten Jahren ist das Interesse am Waffenschein gestiegen. So soll es Ende 2018 über 600.000 Menschen in Deutschland gegeben haben, denen es erlaubt ist, eine Kleinwaffe zu führen. Und das Interesse hat nicht nachgelassen. Doch noch immer gibt es viele Fragen hinsichtlich des Erwerbs einer Faustfeuerwaffe und des Waffenrechts.
Beratung.de - Expertentipp

Was ist das Waffenrecht?

Dieser Begriff umfasst allgemein alle Vorschriften, die sich um den Besitz, Handel und die Verwendung von Waffen jeglicher Art drehen. „Deutsches Waffengesetz“ nennt sich das Gesetz, in dem all diese Regelungen festgeschrieben wurden. Ziel dieser Regeln ist es, die innere Sicherheit zu erhöhen. Deswegen muss sich der Bürger einem Test unterziehen, bevor er berechtigt ist, eine Schusswaffe zu tragen oder zu besitzen.

Die Waffenbesitzkarte

Wer sich für den Besitz einer Waffe interessiert, sollte den Unterschied zwischen dem Waffenschein und der Waffenbesitzkarte kennen. Die Waffenbesitzkarte erlaubt dem Bürger den Erwerb und Besitz einer Schusswaffe. Sie ist besonders für Jäger, Waffensammler, Erben oder Sportschützen von Interesse. Mit dieser Karte ist es dem Bürger erlaubt, eine Pistole zu Hause aufzubewahren oder auch in einem Auto zu transportieren, zum Beispiel zur Schießbahn. Es gibt unterschiedliche Waffenbesitzkarten für Sportschützen (die gelbe Karte), für Sammler und Sachverständige (rot) und für Jäger (grüne). Die grüne Waffenbesitzkarte gilt auch für Erben, Altbesitzer und gefährdete Personen. Die Erlaubnis für den Erwerb der Besitzkarte wird von der zuständigen Waffenbehörde ausgestellt. Die Anforderungen dafür umfassen die Volljährigkeit, die persönliche Eignung und einen Nachweis, dass man sich mit der Materie auskennt. Außerdem muss das Bedürfnis nachgewiesen werden können. Das bedeutet, dass man der Behörde erklären kann, warum man eine Pistole etc. besitzen will.

Der Waffenschein

Der Schein erlaubt dem Besitzer das „Führen“ der Waffe. Das deutsche Waffengesetz (Anlage 1, Abschnitt 2, Nr. 2 WaffG) definiert das Führen so, dass damit tatsächliche Gewalt ausgeübt werden darf – und zwar außerhalb der eigenen Wohnung, von Geschäftsräumen, befriedeten Besitztümern oder Schießstätten. Mit dem Schein ist es einem erlaubt, eine Faustfeuerwaffe mit sich zu tragen. Dabei ist es egal, ob sie in der Jacke, in einem Holster oder sonst wo getragen wird. „Führen“ bedeutet ebenfalls, dass man bereit ist, sie einzusetzen. Sie kann geladen und einsatzbereit sein. Es unterscheidet sich also stark von der Besitzkarte, bei der man sie nur „transportieren“ darf.

Kleiner und großer Waffenschein

Weiterhin gibt es einen Unterschied zwischen dem „kleinen“ oder „normalen“ Schein und dem „großen“. Der „Kleine“ erlaubt das Führen von Reizstoff-, Signal- oder Schreckschusswaffen, also Mittel, die vornehmlich zur Selbstverteidigung konzipiert wurden. Man erkennt sie an dem achteckigen Siegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Der „Große“ erlaubt das Führen einer „scharfen“ Schusswaffe, also jene, die scharfe Munition verschießen.

Anforderungen der Beantragung

Um den Waffenschein beantragen zu können, muss man volljährig sein, ein einwandfreies Führungszeugnis besitzen, die erforderliche Zuverlässigkeit erfüllen (charakterliche Eignung), eine gewisse Sachkunde bezüglich des Themas beweisen und eine private Haftpflichtversicherung besitzen. Außerdem muss das Bedürfnis, eine Waffe führen zu wollen, hinreichend begründet werden. Um den Test zu bestehen, darf der Antragsteller keine vorsätzlichen Straftaten begangen haben und er muss gewährleisten können, die Geräte sachgemäß aufbewahren zu können. Ein Antrag wird bei der Waffenbehörde gestellt. Diese fragt auch beim Bundeszentralregister, beim zentralen Staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister und der Polizeibehörde nach, ob der Antragsteller eine saubere Weste hat.

Bedürfnis

Nach dem Waffenrecht muss der Antragsteller der Behörde nachweisen können, dass ein zwingendes Bedürfnis nach dem Waffenbesitz besteht. Darunter fällt zum Beispiel das Thema Selbstverteidigung: Der Antragsteller muss erklären können, warum er eher als alle anderen das Opfer einer Straftat werden könnte. Für ihn muss eine reale Bedrohung bestehen. Diese Bedrohung lässt sich auch nicht durch eine Erhöhung der Sicherheit oder eine Umstellung des eigenen Verhaltens abwenden. Die Regeln sind hier sehr streng, kaum einer schafft es, dieses zwingende Bedürfnis wirklich nachweisen zu können.

Die Kosten

Der Behördengang ist nicht kostenlos, unterscheidet sich aber je nach Bundesland. Die Gebühren für den Antrag können um die 200 Euro kosten. Gebühren fallen auch beim Sachkundelehrgang an, der zwischen 200 und 400 Euro kosten kann. Dazu kommen noch die Ausstellung eines Führungszeugnisses und die laufenden Kosten der Haftpflichtversicherung.

12.09.2019
Themenbereiche: alle | Recht sonstige
Das Waffengesetz in Deutschland - Anforderungen und Regeln zum Besitz einer Schusswaffe
Das Waffengesetz in Deutschland - Anforderungen und Regeln zum Besitz einer Schusswaffe
Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen sind lediglich allgemeine Informationen und ersetzen keine professionelle rechtliche Beratung. Jede Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität ist ausgeschlossen.

Experten empfehlen

Unsere Referenzen