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Die gesetzliche Erbfolge in Deutschland

Ist für den Nachlass eines Verstorbenen kein Testament vorhanden, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Diese regelt, wem das Erbe nach dem Tod eines Angehörigen zusteht und was zu erben ist. In der Regel hängt dies von dem Grad der Verwandtschaft oder Beziehung ab.
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Ehepaare leben in einer Zugewinngemeinschaft, wenn sie vor der Eheschließung keine Gütertrennung in schriftlicher Form vertraglich vereinbart haben. Der Zugewinn ist das Vermögen, das im Laufe der Ehejahre angeschafft wurde. Was in die Ehe vorher mit eingeflossen ist, gehört nicht dazu. Wenn beispielsweise eine wertvolle Münzsammlung vorhanden war, kann diese nach dem Tod des Besitzers nur an seine Nachkommen weitergegeben werden. Im Falle des Todes eines Partners bekommt der andere, wenn keine Kinder vorhanden sind, die andere Hälfte zu seiner eigenen Hälfte hinzu. Gesetzlich ist es nicht vorgesehen, dass unverheiratete Paare gegenseitig beerbt werden können.

Komplizierter wird es, wenn die Eltern des Verstorbenen Ehepartners noch leben. Diese erhalten dann die Hälfte des Erbteils. Hiervon ausgeschlossen ist allerdings der normale Hausstand, in dem das Ehepaar gemeinsam gelebt hat. Sind Wertgegenstände wie hochwertige Gemälde vorhanden oder gibt es ein teures Fahrzeug auf den Namen des Verstorbenen, fallen auch diese Dinge unter die Aufteilung. Wenn jedoch Kinder da sind, können weder Eltern noch andere Familienmitglieder etwas erhalten.

Gehen aus der Ehe Kinder hervor, erben diese neben dem hinterbliebenen Elternteil wie folgt: Die Hälfte gehört nach wie vor dem verwitweten Ehepartner. Von der anderen Hälfte erhält der Partner eine Hälfte und die andere wird unter den Kindern zu gleichen Teilen aufgeteilt. In diesem Fall erben die noch lebenden Eltern oder andere Angehörige nichts. Wenn ein Kind bereits verstorben ist und wiederum ein Kind hinterlässt, also ein Enkelkind, tritt dieses das Erbe an.

Ist das Ehepaar kinderlos geblieben und stirbt gleichzeitig, ohne dass noch die Eltern eines Partners leben sollten, dann sind nach der gesetzlichen Erbfolge die Geschwister oder deren Kinder erbberechtigt. Gibt es keine Geschwister und leben die Geschwister der verstorbenen Eltern noch, also Onkeln und Tanten, sind diese die nächsten Erbberechtigten. Sind gar keine erbberechtigten Verwandten da und gibt es kein Testament, fällt der gesamte Nachlass an den Staat.

Ist noch ein Kind aus einer anderen oder vorhergehenden Beziehung vorhanden, wird dieses in der Erbberechtigung genauso behandelt wie die aus der Ehe hervorgehenden Kinder. Wenn ein Testament hinterlegt wurde, in dem die Partner sich gegenseitig zu Alleinerben bestimmen, gehen die Kinder trotzdem nicht leer aus. Sie erhalten dann den sogenannten Pflichtteil, der die Hälfte des normalerweise unter den gesetzlichen Bedingungen geerbten Nachlasses beträgt.

12.09.2019
Themenbereiche: alle | Familienrecht | Erbrecht | Kinder
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