EXPERTENTIPP

Kindesunterhalt - Die aktuelle Düsseldorfer Tabelle

Als Düsseldorfer Tabelle wird die Richtlinie und der Maßstab zur Errechnung des Unterhalts bezeichnet, besonders des Unterhalts, welchen Kindern zusteht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat die Tabelle im Jahr 1962 eingeführt. Seit diesem Zeitpunkt bildet die Tabelle nun schon fast 50 Jahre lang den Maßstab zur Errechnung des Unterhalts ab. Die aktuellste Fassung der Tabelle gilt seit dem 01.01.2019.
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Wichtig zu wissen ist, dass die Düsseldorfer Tabelle kein Gesetz im eigentlichen Sinne darstellt, sondern mehr als Richtlinie zu verstehen ist. Allerdings akzeptieren auch Gerichte die Richtlinie, wenn es um Pflichten des Unterhalts und die Unterhaltsberechnung geht. Die Tabelle dient dazu, die angemessene Unterhaltshöhe zu bestimmen.

Was ändert sich bei dem Thema Unterhalt ab 01.01.2019?

Seit dem 01.01.2019 gelten höhere Unterhaltsbeiträge für Kinder. Am 28.09.2017 wurde durch den Minister für Justiz die Verordnung zur Änderung der Mindestunterhaltsverordnung verabschiedet (BGBl. 2017, 3525), wodurch sich der mindestens zu zahlende Unterhalt für Kinder, die noch minderjährig sind, wie folgt erhöht:

Ab 01.01.2017 - ab 01.01.2018 - ab 01.01.2019
1. Altersstufe - 342 € - 348 € - 354 €
2. Altersstufe - 393 € - 399 € - 406 €
3. Altersstufe - 460 € - 467 € - 476 €

Diese Erhöhung des mindestens zu zahlenden Unterhaltes war also schon seit dem Jahr 2017 festgelegt. Daher ergibt sich eine entsprechende Anpassung der Düsseldorfer Tabelle seit dem 01.01.2019. Diese wird im Folgenden vorgestellt.

Düsseldorfer Tabelle - Gültig per 01.01.2019

Die Bedarfsätze der Düsseldorfer Tabelle wurden zum 1. Januar 2019 zum wiederholten Mal erhöht. Dadurch ergibt sich eine Erhöhung des Mindestunterhalts von Kindern unter 5 Jahren auf € 354,-, was einer Erhöhung von € 6,- entspricht. Für Kinder im Alter zwischen 6 und 11 Jahren wurde der Betrag um € 7,- auf insgesamt € 406,- erhöht. Jugendliche zwischen 12 und 17 erhalten zukünftig statt den bisherigen € 467,- nun seit Januar € 476,- Alimente.

Die aktuelle Düsseldorfer Tabelle sieht wie folgt aus:

NETTO­EINKOMMEN DES UNTERHALTS­PFLICHTIGEN IN € ALTERS­STUFEN IN JAHREN (§ 1612 A I BGB)
BETRÄGE IN €
PROZENT BEDARFS­KONTROLL­BETRAG IN €
0-5 6-11 12-17 AB 18
1. bis 1.900 354 406 476 527 100 880/ 1.080
2. 1.901-2.300 372 427 500 554 105 1.300
3. 2.301-2.700 390 447 524 580 110 1.400
4. 2.701-3.100 408 467 548 607 115 1.500
5. 3.101-3.500 425 488 572 633 120 1.600
6. 3.501-3.900 454 520 610 675 128 1.700
7. 3.901-4.300 482 553 648 717 136 1.800
8. 4.301-4.700 510 585 686 759 144 1.900
9. 4.701-5.100 539 618 724 802 152 2.000
10. 5.101-5.500 567 650 762 844 160 2.100

Liegt das Einkommen über einer Grenze von € 5.501,- netto, wird individuell je nach Einzelfall entschieden.

Für Kinder, die bereits das 18. Lebensjahr erreicht haben und damit volljährig sind, besteht ebenfalls noch ein Anspruch auf Unterhalt. Dieser gilt als sogenannter Barunterhalt, wenn die Kinder bereits ihren eigenen Wohnsitz führen – dazu zählen ebenfalls Zimmer in WGs. Dieser Unterhaltsanspruch beläuft sich auf € 735,- pro Monat, abweichend von den erfassten Werten in der Tabelle. Einkalkuliert sind in diesen Betrag bereits € 300,- für die Unterkunft und die umlagefähigen Nebenkosten.

Wie sieht eine Berechnung bei dem Wechselmodell aus?

Auch zur Berechnung des Kindesunterhalts bei dem sogenannten Wechselmodell oder Paritätsmodell wird die Düsseldorfer Tabelle zu Grunde gelegt. Bei diesem Modell gibt es allerdings nicht nur eine Person, die den Kindesunterhalt bestreiten muss. Hierbei wird nämlich das unterhaltsrechtliche Einkommen von beiden Eltern zusammengerechnet und im Nachgang werden die Alimente für das Kind berechnet.

Kindergeldanrechnung bei einem Tabellenbetrag

Die Werte in der Tabelle beschreiben den eigenen Anspruch an Alimenten des Kindes. Dies ist aber nicht mit dem tatsächlich zu zahlenden Betrag gleichzusetzen. Die Person, die unterhaltsverpflichtet ist, kann den Betrag kürzen, so dass sich erst daraus der endgültige Betrag ergibt. Die Anrechnung von Kindergeld geht bei minderjährigen Kindern hälftig, bei über 18-jährigen in vollem Umfang.

Die Fähigkeit zur Leistung des Unterhalts ist durch den Selbstbehalt eingeschränkt. Daher hat der Selbstbehalt ebenfalls Auswirkungen auf die Höhe des Unterhalts, da dieser nicht in vollem Umfang gezahlt werden kann, wenn der Unterhaltszahler dadurch selbst unterhaltsbedürftig wird.

12.09.2019
Kindesunterhalt - Die aktuelle Düsseldorfer Tabelle
Kindesunterhalt - Die aktuelle Düsseldorfer Tabelle
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