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Körperverletzung in Deutschland - Tatbestand und Strafmaß

Die Schäden, die sich in Deutschland durch Angriffe auf den Körper eines Menschen ergeben, werden strafrechtlich verfolgt. Der deutsche Gesetzgeber unterscheidet hierbei die körperliche Misshandlung und die Schädigung der Gesundheit durch eine andere Person. Es handelt sich hierbei um den Tatbestand der Körperverletzung. Voraussetzungen und Folgen dieser Handlungen sind im Strafgesetzbuch verankert. Folgende Arten können unterschieden werden: 
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Einfacher Angriff auf die körperliche Unversehrtheit

Nach der Vorschrift des § 223 StGB werden diejenigen Personen mit Strafen belegt, die anderen Personen die Knochen brechen oder Blutergüsse und weitere Verletzungen zufügen. Eine seelische Belastung wie das Mobbing stellt einen Angriff dar, weil er sich negativ auf den Körper des Opfers auswirkt. Sind die Voraussetzungen erfüllt, muss der Täter Strafen in Kauf nehmen. Der Strafrahmen für die herbeigeführten Schäden liegt in den Fällen des § 223 StGB bei einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe.

Gefährliche Körperverletzung

Bei dem Tatbestandsmerkmal des § 224 StGB handelt es sich in Deutschland um ein Offizialdelikt, das von der Staatsanwaltschaft von Amts wegen verfolgt wird. Dies bedeutet, dass nicht erst eine Anzeige vorliegen muss, bevor die Ermittlungen aufgenommen werden. Der Tatbestand ist erfüllt, wenn ein Täter mit Vorsatz in die körperliche Unversehrtheit oder in die Gesundheit einer anderen Person eingreift. Die Tat kann durch Verabreichung von giftigen Substanzen, durch Waffengebrauch oder durch einen heimtückischen Überfall begangen werden. Zu beachten ist, dass hierbei jeder Gegenstand als Waffe angesehen wird, der von seiner Art her dazu bestimmt ist, Verletzungen eines Menschen hervorzurufen. Dies ist bei einer geladenen Pistole ebenso der Fall wie bei einem Messer, mit dem jemand bedroht wird. Die Folgen, mit der ein Täter vor Gericht zu rechnen hat, liegen je nach Schwere der Tat in einer Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Bereits der Versuch ist strafbar.

Schwere Körperverletzung

Diesen Straftatbestand erfüllt die Person, die einen anderen in der Weise schädigt, dass dieser das Sehvermögen, das Gehör, das Sprachvermögen oder seine Fortpflanzungsfähigkeit verliert. Die gesetzliche Norm umfasst auch den Umstand, dass jemand bei einer Tat ein wichtiges Glied seines Körpers verliert, dauerhaft nicht mehr nutzen kann oder in nicht unbeträchtlicher Weise entstellt wird. Das Strafmaß liegt in diesen Fällen in einer Haftstrafe, deren Strafrahmen zwischen einem Jahr und zehn Jahren liegt. Wenn die Tat, die unter diese Rechtsnorm fällt, mit Vorsatz begangen wurde, muss der Täter mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter drei Jahren rechnen. Abzustufen sind die minder schweren Fälle, in denen eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren möglich ist.

Angriff auf den Körper mit Todesfolge

Bei einer körperlichen Misshandlung, die mit dem Tod des Geschädigten endet, beträgt das Strafmaß wenigstens drei bis zehn Jahre. Allerdings gilt auch hier, dass in minder schweren Fällen die Haftstrafe ein Jahr bis zehn Jahre beträgt. Von diesem Punkt abzugrenzen ist der Mord. Im Gegensatz zu einem Angriff auf den Körper mit Todesfolge hat der Täter bei Mord den festen Vorsatz, den anderen zu töten.

Angriff auf die körperliche Unversehrtheit durch Fahrlässigkeit

Die körperliche Unversehrtheit eines Menschen gilt als geschütztes Rechtsgut. Situationen, in denen eine Person dieses Rechtsgut verletzt, treten häufig im Straßenverkehr auf. Hierbei wird dem Verursacher keine Absicht unterstellt. Seine Fahrlässigkeit wird aber dennoch geahndet. Das Strafmaß für einen Fall, der die Voraussetzungen des § 229 StGB erfüllt, beträgt entweder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Die Verjährungsfrist beträgt bei Straftaten, deren höchstes Strafmaß nicht über zehn Jahre hinausgeht, zehn Jahre. Die Verjährungsfrist gilt demnach für alle zuvor genannten Fälle.

12.09.2019
Themenbereiche: alle | Strafrecht | Strafe | Gewaltdelikte
Körperverletzung in Deutschland - Tatbestand und Strafmaß
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