EXPERTENTIPP

Marihuana, Haschisch und Co. - welche Strafen drohen wenn ich damit erwischt werde?

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Unterschied zwischen Besitz und Konsum

Das deutsche Strafrecht sieht unterschiedliche Strafen für den Umgang mit Drogen wie Haschisch oder Marihuana vor. Grundsätzlich wird der Besitz dieser Substanzen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren bestraft. Abzugrenzen ist der Verkehr mit Stoffen wie Haschisch oder Marihuana vom Konsum. Sollten Sie bei einem Drogentest positiv getestet werden, erwartet Sie kein Verfahren seitens der Justiz, da der Konsum an sich straffrei ist.

Konsum von Drogen im Straßenverkehr

Werden Sie beim Steuern eines Kraftfahrzeugs unter Drogeneinfluss erwischt, dann wird es teuer. Bei erstmaligem Vergehen erwartet Sie ein Fahrverbot von einem Monat sowie eine Geldstrafe von bis zu € 500,-. Bei weiteren Vergehen kann ein erneutes Fahrverbot über bis zu drei Monate inklusive Geldstrafe von € 1500,- verhängt werden. Zusätzlich bekommen Sie pro Delikt zwei Punkte in Flensburg. Die Justiz hat weiterhin die Möglichkeit, eine Therapie zu verhängen. Bei einer direkten Gefährdung des Straßenverkehrs, zum Beispiel aufgrund der Verursachung eines Autounfalls, sind ein Führerscheinentzug und eine Gefängnisstrafe zu erwarten. Um den Führerschein wieder zu bekommen, müssen Sie zwangsläufig an einer Therapie teilnehmen. Während der sogenannten MPU muss der Betroffene, der seinen Führerschein zurückerhalten will, in regelmäßigen Abständen einen Drogentest ablegen, um dadurch zu beweisen, dass er fähig ist, ein Kraftfahrzeug im Verkehr zu führen.

Zucht und gewerblicher Verkauf von Cannabis

Wer Hanfsamen zur Zucht auf der eigenen Plantage nutzt, riskiert eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren. In der Praxis werden solche hohen Strafen aber nur verhängt, wenn es sich um bandenmäßigen Anbau handelt. Gewerblicher Verkauf, beispielsweise durch das Beauftragen eines Dealers, führt unmittelbar dazu, dass sich die Strafen erhöhen. Bei der Festlegung der im Verfahren ausgesprochenen Strafe verfügen die Richter über ein relativ starkes Ermessen. So spielen praktisch gesehen die konkreten Umstände eine wichtige Rolle beim Strafmaß. Wer zum privaten Anbau einige Hanfsamen besitzt, wird selbstverständlich anders bestraft als ein Dealer, der mehrere Kilos Cannabis im Monat umsetzt. Trotzdem sind die Risiken beim Unterhalten einer eigenen Plantage nicht zu unterschätzen. Drogenanbau, Besitz und Handel sind ernstzunehmende Straftaten, die mit nicht unwesentlichen Gefängnisaufenthalten bestraft werden.

Aspekte im Verfahren die strafschärfend oder strafmildernd sind

Wie bereits angesprochen verfügt der Richter über ein gewisses Ermessen. Trotzdem gibt es objektive Gründe, die dafür sorgen, dass die Strafe höher oder niedriger ausfällt. Kurzzeitiger Handel mit Drogen wird weniger streng bestraft als Handel über einen längeren Zeitraum oder Dealen zur Finanzierung des kompletten Lebensunterhalts (Berufsdealer). Eigenbedarf ist strafmildernd, im Gegensatz zum gewerblichen Handel. Weiche Drogen wie Cannabis oder Haschisch werden weniger streng bestraft als harte Drogen wie Heroin oder MDPV. Strafmildernd aufgefasst wird auch die Abhängigkeit des Täters zur konkreten Droge, die angebaut, gehandelt oder besessen wurde. Ein höheres Strafmaß ist fällig, wenn der Verkauf der Droge besonders verwerflich ist, wie beispielsweise beim Verkauf an Minderjährige, beim Verkauf an Orten, an denen sich Kinder aufhalten (Schulen, Spielplätze etc.), bei In-Gefahr-Bringen des Konsumenten (Beimischen gefährlicher Substanzen, zum Beispiel Glasscherben in Cannabis) oder bei Profitgier des Dealers.

12.09.2019
Themenbereiche: alle | Strafrecht | Recht sonstige | Strafe
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