EXPERTENTIPP

Mietrecht - Was tun wenn der Mieter nicht zahlt?

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Auch ein Vermieter hat Verpflichtungen

Eine Miete ist für einen Vermieter eine Einnahme, mit der er zu einem bestimmten Zeitpunkt fest rechnet. Kommt der Mieter seiner Verpflichtung zur Zahlung nicht nach, gerät mancher Vermieter selber in die Bredouille. Zum einen hilft ihm die Mietzahlung dabei, den wirtschaftlichen Unterhalt des vermieteten Objektes zu gewährleisten, zum anderen hat er selber Zahlungsaufforderungen zu erfüllen.

Kontakt mit dem Mieter suchen

Wird eine Miete nicht pünktlich überwiesen, sollte der Vermieter nicht sofort zu drastischen Maßnahmen greifen. Stattdessen sollte er zunächst versuchen, die Sache einvernehmlich zu klären, und den Kontakt zu seinem Mieter suchen. Der Mietrückstand eines in der Regel zuverlässigen Mieters lässt sich unter Umständen schnell bei einem persönlichen Gespräch klären. Stellt sich bei dieser Unterredung heraus, dass das Geld ohne Einfluss des Mieters – z.B. infolge eines Buchungsfehlers bei der Bank – nicht auf dem Konto des Vermieters gelandet ist, haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt. Das Problem lässt sich dadurch lösen, dass der Mieter seinen Zahlungsverzug durch eine sofortige Überweisung der Miete wettmacht.

Was ist zu tun, wenn die Miet­zahlung absichtlich nicht geleistet wurde?

Hat der Mieter dagegen den Mietrückstand vorsätzlich herbeigeführt, ist der Vermieter zum Handeln gezwungen. Zunächst sollte geklärt werden, ob der Mieter einen Grund für den Zahlungsverzug hat. Dies könnte der Fall sein, wenn er einen Mangel in dem vermieteten Objekt erkennt. Beispiel: Schimmelbefall im Badezimmer, den der Mieter nachweislich nicht zu vertreten hat. Kann der Mieter jedoch keinen Grund für seine ausstehenden Schulden bei dem Vermieter nennen, sollte dieser schnell handeln, um die Zeit der ausbleibenden Mieten möglichst kurz zu halten.

Erst mahnen, dann kündigen

Der Mieter sollte zunächst an die Zahlung erinnert werden. Reagiert er nicht darauf, kann der Vermieter ihn mahnen. Nach der ersten Mahnung folgt die zweite. Hat der Mieter seine Schulden bis dahin immer noch nicht beglichen, kann der Vermieter das Mietverhältnis kündigen und eine Räumungsklage erwirken, falls der Mieter nicht ausziehen will. Für die Räumungsklage ist es unbedingt notwendig, dass die Kündigung dem Mieter wirksam zugestellt wurde. Hierfür ist es erforderlich, dass die Kündigung schriftlich erfolgt und dem Mieter per Brief zugestellt wird. Eine Zustellung per E-Mail oder per Fax ist nicht wirksam. Der Vermieter sollte auch nicht vergessen, den Mieter in der Kündigung auf sein Widerspruchsrecht hinzuweisen. Unterlässt er dies, steht dem Mieter das Widerspruchsrecht noch während des Prozesses über eine Räumungsklage zu.

Was ist mit dem Mietrückstand?

Ausbleibende Mietzahlungen können mit der Kaution verrechnet werden. Sollte die Kaution jedoch nicht ausreichen, muss eventuell der Weg zum Gericht eingeschlagen werden.

Mietnomaden sind zu meiden

Mietnomaden bringen Ärger mit sich. Mietzahlungen sind von ihnen nicht zu erwarten. Darüber hinaus richten sie oft viel Schaden in der Wohnung an, weshalb sie als Mieter gemieden werden sollten. Für den Vermieter ist es allerdings oft nur schwer erkennbar, wie sich ein Wohnungsinteressent später als Mieter verhält. Um sich zu schützen, kann ein Vermieter aber bereits im Vorfeld einige Maßnahmen ergreifen:

Ein Vermieter sollte sich über seinen zukünftigen Vertragspartner so gut wie möglich informieren, bevor er den Mietvertrag unterschreibt. Hier unterstützt ihn die Mieterselbstauskunft. Ein Mietinteressent muss hierin Auskünfte geben, die seine Zuverlässigkeit bestätigen.

Außerdem kann der Vermieter eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung oder Referenzen der früheren Vermieter vom Mietinteressenten verlangen. Selbstverständlich steht dem Vermieter auch zu, als Sicherheit für die überlassene Wohnung eine Kaution und die erste Mietzahlung zu verlangen.

12.09.2019
Mietrecht - Was tun wenn der Mieter nicht zahlt?
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