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Schimmel in der Mietwohnung - wer haftet?

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Was tun bei Schimmelbefall?

Schimmel entsteht dort, wo sich Feuchtigkeit sammelt und nicht wieder trocknen kann, was durch einen fehlenden Luftaustausch begünstigt wird. Er mindert das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden empfindlich. Zudem können ernsthafte gesundheitliche Beschwerden in Form von Atemwegs- oder Hautreizungen, Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Regelmäßig führt Schimmelbefall in der Wohnung auch zu Streit zwischen Mietern und Vermietern. Unabhängig von der möglichen Ursache eines Schimmelschadens sollten Mieter unverzüglich ihren Vermieter über die Feststellungen informieren. Von eigenen Maßnahmen zur Schimmelbekämpfung ist abzuraten, da sie in der Regel nur die oberflächlichen Symptome, nicht jedoch die wirkliche Ursache beseitigen.

Welche Rechte habe ich als Wohnungsmieter?

Schimmel in der Wohnung stellt einen Mietmangel dar, der zur Mietminderung berechtigt. Der Vermieter sollte schriftlich über den Schimmelschaden informiert werden. Ihm ist gleichzeitig eine angemessene Frist zu setzen, um den entstandenen Schaden zu beseitigen. Unabhängig davon ist eine Mietminderung ab dem Zeitpunkt rechtens, ab dem der Mangel aufgetreten ist. Für die Höhe der Mietminderung gibt es keine festen Quoten. Bestehende Gerichtsurteile können als Leitlinien herangezogen werden. Ein verbreiteter und anerkannter Wert sind 15 %, der bei „nicht großflächigem Schimmelflecken an mehreren Stellen in der Wohnung“ zur Geltung kommt. Im Wesentlichen hängt die Minderung von dem Ausmaß, der Dauer und dem Grad der Beeinträchtigung ab. Eine fristlose Kündigung ist nur möglich, wenn ein Gutachter nachweist, dass der Schimmel in der Raumluft zu Erkrankungen führt und die Nutzungsmöglichkeit der Wohnung nicht mehr gegeben ist.

Wer übernimmt die Kosten für die Schimmelbeseitigung?

Die Frage bezüglich der Haftung für entstehende Kosten zur Schimmelbeseitigung ist ein elementarer Streitpunkt. Grundsätzlich ist der Wohnungsvermieter verpflichtet, die Schäden zu beseitigen und hierfür entstandene Kosten zu übernehmen. Für den Nutzer der Wohnung besteht eine belegbare Zumutbarkeit, die Wohnung mehrfach am Tage zu lüften und durch Heizen eine angemessene Raumtemperatur herbeizuführen. Erfahrungsgemäß versuchen Wohnungsvermieter hier häufig, dem Mieter ein verursachendes Verhalten zu unterstellen und konfrontieren ihn diesbezüglich mit Vorwürfen, um Kosten abzuwälzen. Etwaigen Behauptungen sollte widersprochen werden. Der Vermieter muss beweisen können, dass das Nutzungsverhalten des Mieters ursächlich für den Schimmelschaden ist. Ein vom Wohnungsvermieter beauftragter Sachverständiger wird zunächst prüfen, ob bauliche Mängel für den Schimmelschaden verantwortlich sind. Der Wohnungsmieter muss in diesem Zusammenhang glaubhaft belegen können, dass er die Wohnung ausreichend beheizt und gelüftet hat. Stellt der Gutachter fest, dass ausschließlich das Nutzungsverhalten des Wohnungsmieters zum Schimmelbefall geführt hat, kann ihm der Wohnungsvermieter die Haftung für den entstandenen Schaden übertragen.

Hinweise für den Mieter

Beide Vertragspartner sollten an einer außergerichtlichen Einigung interessiert sein. Zunächst können auf diesem Wege entstehende Kosten vermieden werden. Häufig stellen Gutachter fest, dass sowohl die bauliche Substanz als auch das Nutzungsverhalten des Mieters ursächlich für die Schimmelbildung gewesen sind. Die Zumutbarkeit in Bezug auf ein angemessenes Heiz- und Lüftungsverhalten und das Aufstellen von Möbeln an Wänden ist durch Gerichte mehrfach thematisiert worden. Derartige Regelungen können in einen Mietvertrag in Kombination mit einer geringeren Miete aufgenommen werden, was in vielen Fällen Unklarheiten beseitigt.

Schimmel in der Mietwohnung - wer haftet?
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