EXPERTENTIPP

Überwachung am Arbeitsplatz – was ist erlaubt?

Überwachung am Arbeitsplatz ist nicht erst in diesem Jahrzehnt ein Thema gewesen. Chefs wollen gerne wissen, was die Mitarbeiter in ihrer Arbeitszeit machen und ob sie ihr Geld wirklich wert sind. Die Frage ist, welche Form der Überwachung legal ist. Die Frage ist, ob Telefongespräche abgehört werden dürfen, ob Kameras installiert werden dürfen und ob am Feierabend die Taschen kontrolliert werden dürfen.
Beratung.de - Expertentipp

Das Alles ist eine Frage des Datenschutzes und der Persön­lich­keits­rechte.

Viele Arbeitgeber sehen es so, dass Vertrauen zwar die Basis ist, aber Kontrolle doch dazu gehört. Es ist vielen wichtig zu wissen, wie der Arbeitnehmer die Arbeits­zeit verbringt und ob die Pausen nicht zu lang sind. Auch die Frage, ob während der Arbeits­zeit Privatgespräche geführt werden, ist wichtig. Wichtig für den Arbeitgeber ist es auch, dass die Arbeitnehmer ordentlich mit dem Inventar und der Produktpalette umgehen und auf das Eigentum besonders geachtet wird.

Wenn sich im Betrieb die Fälle von Diebstahl und Betrug häufen, dann ist das immer ein Warnsignal. In diesem Fall denkt die Unternehmensführung häufig über Maßnahmen nach, wie diese unschönen Vergehen von Mitarbeitern/-innen verhindert werden können. Als statistische Zahl ist bekannt, dass in den Jahren 2013 bis 2015 insgesamt ein Schaden durch Diebstahl und Unterschlagung in Höhe von mehr als sieben Milliarden Euro entstanden ist.

Folgende Maßnahmen der Mitarbeiterüberwachung sind üblich, wenn auch immer unschön:

Es können Taschenkontrollen durchgeführt werden, um das Firmeneigentum zu schützen. Dabei wird zwar die Privatsphäre des Arbeitsnehmers verletzt, aber unter bestimmten Voraussetzungen ist so eine Maßnahme denkbar:
Es muss ein dringender Verdacht gegen den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin vorliegen. Hierbei können dann Stichproben durchgeführt werden, wobei verschiedene Mitarbeiter/-innen nach dem Zufallsprinzip kontrolliert werden. Für diese Maßnahme ist die Zustimmung des Betriebsrats notwendig. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass nur Bereiche nicht direkt am Körper kontrolliert werden dürfen. Hosentaschen und Jackentaschen dürfen nur bei sehr dringendem Verdacht kontrolliert werden.

Eine Videoüberwachung mit Tonaufnahme und/oder Filmaufnahme mit Zuhilfenahme einer Kamera ist nur offen und nicht verdeckt möglich. Bei einem konkreten Verdacht ist eine heimliche Aufnahme mit der Kamera zur Aufklärung einer Straftat erlaubt. Hiervon ausgenommen sind Umkleidekabinen, Pausenräume und der WC-Bereich. Im Verkaufsraum findet man häufig ein Schild zur Filmaufnahme oder Tonbandaufnahme zum Zwecke der Videoüberwachung. Tonaufnahmen als Abhörversuch sind ebenfalls verboten. Wenn die Mitarbeiter/-innen aber informiert sind, dann können zu Evaluationszwecken Tonaufnahmen durchgeführt werden.

Die Einhaltung der Arbeits­zeit kann durch einen Stundenzettel oder eine Stechuhr kontrolliert werden. Dazu muss der Betriebsrat zustimmen.

Findet im Betrieb eine Telefonüberwachung statt, dann ist es so, dass im Arbeits­vertrag darauf hingewiesen werden muss. Schon das Speichern von Telefonnummern, der Uhrzeit und der Gesprächsdauer kommt an die Grenze des Datenschutzes. Ein Abhörversuch am Arbeits­platz ist nicht erlaubt.

12.09.2019
Überwachung am Arbeitsplatz – was ist erlaubt?
Überwachung am Arbeitsplatz – was ist erlaubt?
Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen sind lediglich allgemeine Informationen und ersetzen keine professionelle rechtliche Beratung. Jede Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität ist ausgeschlossen.

Experten empfehlen

Unsere Referenzen