EXPERTENTIPP

Unentschuldigtes Fehlen am Arbeistsplatz als Kündigungsgrund

Ob willentlich oder aus Versehen, wer nicht an seinem Arbeitsplatz erscheint, fällt auf. Es schadet nicht nur dem Betriebsklima und lässt den Bluthochdruck des Chefs ansteigen, sondern kann noch viel mehr nach sich ziehen.
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Was sind die Konsequenzen?

Es kann eine schriftliche Abmahnung an den Arbeitnehmer erfolgen. Dort wird der Betroffene klar und deutlich auf sein Fehlverhalten hingewiesen und eine Verwarnung ausgesprochen, falls sich sein Verhalten wiederholt. Zeigt die Abmahnung ihre Wirkung nicht, entscheidet sich der Chef vielleicht dafür, den Mitarbeiter zu entlassen. Dabei sollte er die fest vereinbarten Fristen im Arbeitsvertrag beachten.

Will er ihn fristlos kündigen, muss er dafür einen guten Grund vorweisen. Dafür muss das Fehlverhalten des Mitarbeiters so gravierend sein, dass eine weitere Zusammenarbeit für den Arbeitgeber unzumutbar ist oder er seine Pflichten so grob missachtet hat, dass der Betrieb dabei Schaden nimmt. Der genaue Sachverhalt eines guten Grundes muss im Einzelfall geprüft werden. Wie bei einer „normalen“ Kündigung muss sie schriftlich und innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Bekanntwerden des Verstoßes ausgehändigt werden.

TIPP: Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, sollten der Urlaubsantrag und die Genehmigung dafür immer schriftlich mit einer Unterschrift ausgestellt werden. Falls eine der Parteien das falsche Datum der Rückkehr im Kopf hat, kann die andere dadurch das Gegenteil beweisen. Auch im Falle einer Krankheit ist es besser, kurz auf der Arbeit Bescheid zu geben und den vom Arzt ausgestellten Krankenschein einzureichen.

Was kann der Arbeitnehmer tun?

Flattert tatsächlich eine Kündigung wegen unentschuldigten Fehlens am Arbeitsplatz ins Haus, sollte der Betroffene Ruhe bewahren. Er kann innerhalb von drei Wochen nach dessen Erhalt eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Versäumt er diese Frist, gilt die Kündigung als wirksam. Darüber hinaus gibt es einige Beratungsstellen, an die er sich wenden kann. Zum Bespiel bieten im Internet viele Anwälte ihre Hilfe an.

Gibt es Fälle, in denen man unentschuldigt fehlen darf?

Wenn ein Kind des Mitarbeiters erkrankt ist, hat der Arbeitnehmer das Recht, nicht auf der Arbeit zu erscheinen. Selbst wenn der Arbeitgeber dies verweigert, darf der Mitarbeiter eigenmächtig fernbleiben. Wird er daraufhin gekündigt, ist dies nichtig. Dabei ist es egal, ob der Arbeitgeber davon wusste oder nicht.

TIPP: Um dem Betriebsklima nicht zu schaden und den Chef nicht unnötig auf die Palme zu bringen, sollte der Mitarbeiter wirklich nur in Notfällen auf sein Recht pochen, ansonsten ist es empfehlenswert, einen kurzen Anruf zu tätigen und auf der Arbeit Bescheid zu geben.

12.09.2019
Unentschuldigtes Fehlen am Arbeistsplatz als Kündigungsgrund
Unentschuldigtes Fehlen am Arbeistsplatz als Kündigungsgrund
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