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Wann besteht in Deutschland Anspruch auf Sonderurlaub?

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Anspruch auf Sonderurlaub in Deutschland

Das Bundesurlaubsgesetz (BurlG) regelt, wie viel Urlaub jedem Arbeitnehmer zusteht. Die Urlaubstage sind vom Arbeitgeber zu vergüten. Sonderurlaub ist zusätzlich zum gesetzlichen Urlaubsanspruch zu gewähren. Der Anspruch auf zusätzlichen Urlaub ist im § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Im Arbeitsrecht werden jedoch keine ausdrücklichen Gründe für Sonderurlaub genannt. Daher orientiert man sich an den im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst genannten Gründen. Hiernach wird der zusätzliche Urlaub für die eigene Hochzeit, die Geburt eines Kindes oder den Tod eines nahen Angehörigen gewährt.

Welche Gegebenheiten nach Arbeits­recht vorliegen müssen

Während des Lebens passieren sowohl schöne als auch schreckliche Begebenheiten, die das persönliche Befinden stark beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise der Tod eines Angehörigen, die Geburt eines Kindes oder die eigene Hochzeit. In solchen Situationen ist es schwer, die Konzentration zu behalten und die Arbeit in entsprechender Qualität zu erledigen. Für diese Ereignisse sieht das Arbeitsrecht zusätzlichen Urlaub vor. Der Sonderurlaub ist beim Arbeitgeber zu beantragen, der diesen gemäß § 616 des BGB nicht ablehnen kann.

In der Regel gewähren Unternehmer bei den folgenden Anlässen zusätzlichen Urlaub: Für die Geburt des eigenen Kindes erhalten Arbeitnehmer einen zusätzlichen Tag. Beim Tod des Ehepartners bzw. eines eingetragenen Lebenspartners zwei Tage. Für einen betrieblich veranlassten Umzug in eine andere Stadt sowie beim 25-jährigen und beim 40-jährigen Arbeitsjubiläum oder bei der Erkrankung eines im Haushalt lebenden Angehörigen gibt es einen Tag. Bei schwererer Erkrankung eines Kindes, welches das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, kann man bis zu vier Tage zusätzliche Freistellung pro Jahr erhalten. Anders sieht es bei zwingend ärztlichen Behandlungen aus, die nicht außerhalb der vereinbarten Arbeitszeiten erfolgen können. Hierfür gibt es für die Dauer der Behandlungszeit plus An- und Abfahrtszeit frei. Die eigene Hochzeit wird nicht ausdrücklich als Freistellungsgrund genannt.

Im Normalfall halten sich die Unternehmer an diese Vorgaben. Auch bei der eigenen Trauung oder bei der Hochzeit eines engen Verwandten gewähren die meisten einen zusätzlichen freien Tag. Falls diese Tage nicht ausreichen, besteht auch noch die Möglichkeit des unbezahlten Urlaubs.

12.09.2019
Wann besteht in Deutschland Anspruch auf Sonderurlaub?
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