EXPERTENTIPP

Welche Ansprüche haben Arbeitnehmer bei Mobbing und Diskriminierung am Arbeitsplatz?

Als Mobbing am Arbeitsplatz bezeichnet man ein Verhalten unter Arbeitnehmern, welches darauf abzielt, eine Person einzuschüchtern, herunter zu machen, auszugrenzen oder sogar aus dem Arbeitsverhältnis zu drängen. Allerdings ist nicht jede Konfrontation als Mobbing zu werten. Damit davon gesprochen werden kann, muss die Handlung häufig, über eine längere Zeit und systematisch erfolgen. Laut dem Strafrecht gibt es keine genaue Definition, wann es vorliegt. Daher muss der Fall immer individuell geprüft werden.
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Diskriminierung hat gravierende Auswirkungen sowohl auf Arbeitnehmer als auch auf Arbeitgeber. Die gemobbte Person kann sowohl körperliche als auch seelische Leiden entwickeln. Mögliche Beschwerden sind: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Depression, Atemnot, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder Herz- bzw. Kreislaufbeschwerden. Das Unternehmen kann ebenfalls einen Schaden erleiden: Der gemobbte Arbeitnehmer wird öfter krank, kann keine gute Arbeit erbringen und es kommt so zu Produktionsausfällen oder Einbußen in der Leistung.

Die Pflichten des Chefs

Laut dem Strafrecht ist der Chef gegenüber seinen Mitarbeitern zur Fürsorge verpflichtet. Der Arbeitsplatz muss so gestaltet werden, dass Leben und Gesundheit sowie Würde bzw. Integrität geschützt werden. Diese Interessen werden durch Diskriminierung gefährdet.

Wenn ein Angestellter einen Mobbing-Vorwurf erheben sollte, so ist der Chef dazu verpflichtet, zu handeln und bei Vorhandensein von Mobbing auch wirksame Abhilfe zu schaffen. Dabei müssen die Angaben ausreichend konkret sein. Im ersten Schritt muss der Chef die Vorwürfe untersuchen. Dazu sollte er ein Gespräch mit den beteiligten Personen führen, hierbei muss geklärt werden, was vorgefallen ist. Der gemobbte Mitarbeiter muss aufgefordert werden, die Handlungen genau zu belegen und festzuhalten, von wem, wann und wie er gemobbt wurde.

Wenn der Vorfall der Diskriminierung vorliegt, muss der Arbeitgeber wirksam dagegen vorgehen. Abhängig von der Stärke der Handlungen könnten diverse Maßnahmen zielführend sein. So kann der Chef versuchen zu vermitteln, um den Konflikt zu lösen. Außerdem kann er den mobbenden Arbeiter abmahnen, die Mitarbeiter versetzen und im schlimmsten Fall das Arbeitsverhältnis des mobbenden Mitarbeiters beenden. Die Maßnahmen, welche notwendig werden, richten sich immer nach dem Einzelfall, müssen der entsprechenden Situation angepasst werden und verhältnismäßig sein. Es muss klargestellt werden, dass solche Maßnahmen in der Firma nicht toleriert werden und dass der betroffene Mitarbeiter wirksam vor etwaigen Handlungen geschützt wird.

Wenn sich ein Mitarbeiter mit Mobbing-Vorwürfen an den Chef gewandt und um Hilfe angesucht hat, der Arbeitgeber allerdings nichts gegen die Maßnahmen unternimmt, kann der gemobbte Mitarbeiter vorzeitig austreten. Der Angestellte behält in diesem Fall seinen Anspruch auf Abfertigung und Urlaubsersatzleistungen und hat obendrein Anspruch auf Kündigungsentschädigung. Zudem kann er einen Anspruch auf Schadenersatz geltend machen.

12.09.2019
Welche Ansprüche haben Arbeitnehmer bei Mobbing und Diskriminierung am Arbeitsplatz?
Welche Ansprüche haben Arbeitnehmer bei Mobbing und Diskriminierung am Arbeitsplatz?
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