EXPERTENTIPP

Wie müssen Gewinne aus dem Investment in Kryptowährungen in Deutschland versteuert werden?

Durch den starken Anstieg der Kryptowährung "Bitcoin" im Jahr 2017 sind diese Währungen sehr bekannt geworden. Wie bei den meisten Investments müssen auch bei Kryptowährungen für etwaige Erträge Steuern an das Finanzamt abgeführt werden. Die Berechnung dieser Abgaben hängt jedoch von einigen Randbedingungen ab, die im Folgenden erläutert werden.
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Durch den starken Anstieg der Kryptowährung „Bitcoin“ im Jahr 2017 sind Währungen dieser Art sehr bekannt geworden. Wie bei den meisten Investments müssen auch bei Kryptowährungen für etwaige Erträge Steuern an das Finanzamt abgeführt werden. Die Berechnung dieser Abgaben hängt jedoch von einigen Randbedingungen ab, die im Folgenden erläutert werden.

Versteuerung gekaufter Kryptowährungen

Am weitesten verbreitet ist der Erwerb von Kryptowährungen auf einer sogenannten Exchange-Plattform durch Kauf oder Tausch einer anderen Währung. In diesem Fall wird beim Verkauf nach weniger als einem Jahr der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz angesetzt, muss in der Einkommensteuererklärung für dieses Jahr angegeben und mit dem Bescheid im Folgejahr bezahlt werden. Allerdings existiert eine Freigrenze von € 600,- im Jahr für alle privaten Veräußerungsgeschäfte, zu denen auch der Verkauf von Kryptowährungen zählt. Unterhalb dieser Freigrenze wird die Steuer nicht erhoben, darüber allerdings in kompletter Höhe ohne Anrechnung der € 600,-. Bei steuerlich gemeinsam veranlagten Ehepartnern hat jeder seine eigene Freigrenze, ungenutzte Beträge können zwischen ihnen nicht übertragen werden. Liegt zwischen Kauf und Verkauf hingegen mehr als ein Jahr, so sind die Gewinne steuerfrei. Dies gilt jedoch nicht, wenn man sie bei einer Exchange hinterlegt hat, die die digitalen Münzen gegen Zinsen weiterverleiht – dann sind sie erst nach 10 Jahren steuerfrei, und auf die Zinsen muss die Abgeltungssteuer abgeführt werden. Gewinne und Verluste aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften können mit denen aus Kryptowährungen verrechnet werden, um die Steuerlast zu senken. Für die Gewinn- und Verlustrechnung geht das Finanzamt davon aus, dass die zuerst gekaufte digitale Münze auch zuerst verkauft wird.

Versteuerung von Zertifikaten auf Kryptowährungen

Hat man über ein Tracker-Zertifikat in den Kurs einer Kryptowährung investiert, so entspricht der Steuersatz beim Verkauf der Abgeltungssteuer von 25% zuzüglich Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer. Hier gibt es im Gegensatz zum direkten Besitz keine Steuerfreiheit nach einem Jahr. Der Freibetrag von € 801,- wird mit anderen Kapitalerträgen geteilt, auf größere Beträge wird er zumindest angerechnet. Gemeinsam veranlagte Ehepartner können hier den ungenutzten Restbetrag des Partners anrechnen. Gewinne und Verluste können in diesem Fall mit denen aus dem Verkauf anderer Zertifikate und Dividenden verrechnet werden, aber nicht mit denen von Aktien oder privaten Veräußerungsgeschäften. Deutsche Broker führen die Abgeltungssteuer im Normalfall automatisch sofort mit dem Verkauf ab und erkennen Verluste als Verlustvortrag zur Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen an.

Versteuerung von geschürften Kryptowährungen

Ist man durch das Schürfen mittels entsprechender Hardware in den Besitz der Kryptowährung gelangt, so muss der Einstandswert in der Steuererklärung unter „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ angegeben werden. Es besteht die Möglichkeit zur Anrechnung von Kosten für Hardware und Strom. Das Gewerbe muss angemeldet werden, und ab € 24.500,- Gewinn fällt zusätzlich Gewerbesteuer an. Eine Wertsteigerung nach dem Schürfen wird bei dieser Variante im Falle eines Verkaufs nach weniger als einem Jahr mit der Abgeltungssteuer versteuert, einen Freibetrag gibt es hier nicht.

Fazit

Aufgrund der bezüglich Höhe und Aufwand sehr unterschiedlichen Besteuerung empfiehlt es sich, bereits im Voraus zu überprüfen, welche Variante der Kryptoinvestments in der persönlichen Situation am geeignetsten ist. In jedem Fall sollten die Erträge dem Finanzamt korrekt gemeldet werden, um eine Strafe wegen Steuerhinterziehung zu vermeiden.

12.09.2019
Themenbereiche: alle | Geld & Versicherung | Steuern
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Wie müssen Gewinne aus dem Investment in Kryptowährungen in Deutschland versteuert werden?
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