Umgangsrecht – Rechte und Pflichten

| Kategorie: Familienrecht | Kinder | Unterhalt & Sorgerecht

Umgangsrecht – Rechte und Pflichten

Das Umgangsrecht ist ein komplexes Thema, das nicht in ein paar Zeilen zu erklären ist. Umgangsrecht und Sorgerecht gelten unabhängig voneinander. Jeder Elternteil hat das Recht und die Pflicht, mit dem Kind in Kontakt zu sein und Zeit mit ihm zu verbringen. Das heißt: Umgangsrecht haben auch Eltern ohne Sorgerecht. Verwirken kann man dieses Recht nur, wenn das Kind durch die umgangsberechtigte Person gefährdet wird. Häftlinge haben übrigens genauso ein Recht auf Umgang. Lesen Sie alles Wichtige zum Thema in diesem Beitrag.

Was bedeutet Umgangsrecht?

Das Umgangsrecht (§§ 1684 und 1685 BGB) umfasst Rechte und Pflichten für den Kontakt zwischen Kind und jenem Elternteil, bei dem das Kind nicht wohnt. In der Alltagssprache ist auch oft vom „Besuchsrecht“ die Rede. Besuchsrecht und Umgangsrecht meinen dasselbe. Das Umgangsrecht ist aber vom Sorgerecht abzugrenzen. Das Recht auf Umgang besteht auch für einen Elternteil, der kein Sorgerecht hat. Haben beide Elternteil das Sorgerecht, müssen sie trotzdem den Umgang / Besuch regeln.
Hinweis:
Umgangsrecht haben auch jene Elternteile, die kein Sorgerecht haben.
Aber nicht nur die Eltern haben das Recht, mit dem Kind umzugehen, sondern auch umgekehrt: Das Kind hat das Recht, mit beiden Eltern Zeit zu verbringen. Das Gesetz geht sogar weiter und hält fest, dass jeder Elternteil nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet ist, Umgang mit dem Kind zu haben. Eltern und Kinder sollen sich treffen, zusammen Sachen unternehmen, auf Urlaub fahren, usw. Davon abgesehen sollen die Eltern verantwortungsbewusst miteinander umgehen und dürfen zum Beispiel im Beisein des Kindes nicht ständig den anderen Elternteil schlechtreden.

§ 1684 BGB

„ (2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.“

‌Wer hat neben den Eltern noch ein Umgangsrecht?

Auch andere Personen können ein Umgangsrecht mit dem Kind haben. Zu diesen Menschen zählen:

‌ • Großeltern des Kindes
‌ • Geschwister des Kindes
‌ • andere Personen, die einen engen Bezug zum Kind haben. Zum Beispiel: Stiefvater oder Stiefmutter; Ex-Partner der Mutter, mit dem das Kind immer schon viel Zeit verbracht hat, usw.

‌Dem Kind ist der Umgang mit diesen Personen zu gewähren, sofern es dem Kindeswohl entspricht. Verweigert der sorgeberechtigte Elternteil den Umgang, kontaktieren die Personen, die einen Anspruch stellen, das Jugendamt oder einen Rechtsanwalt für Familienrecht.

Welche Rechte und Pflichten gibt es beim Umgangsrecht?

Für die Person, der das Umgangsrecht zugesprochen wurde, gibt es einige Rechte und Pflichten zu beachten. Egal, ob der Vater oder die Mutter umgangsberechtigt ist. Genauso muss sich die Person, welche das Kind betreut, an gewisse Regeln halten.

Pflichten

    1. Abstimmung in der Ausgestaltung des Umgangsrechts
      ‌Eltern müssen untereinander regeln, wie sie das Umgangsrecht wahrnehmen. Wann holt der Vater das Kind ab, wann bringt er es zurück? Wie oft darf das Kind beim Vater übernachten? Usw.
    2. Anspruch auf Auskunft
      ‌Umgangsberechtigte Person darf erfahren, wie es dem Kind geht, was das Kind macht, etc. Sie darf an der persönlichen Entwicklung des Kindes teilnehmen.
    3. Anspruch auf persönlichen Kontakt sowie Kontakt über verschiedene Kommunikationsmedien
      ‌Der Vater darf über Telefon, Post, E-Mail oder andere elektronische Medien mit dem Kind kommunizieren.
    4. ‌Dem Kind Geschenke machen
      ‌Der Vater kann der Tochter zu Weihnachten eine teure E-Gitarre schenken.
    5. ‌Angelegenheiten der tatsächlichen Betreuung allein entscheiden
      ‌„Bei Papa gibt es das ganze Wochenende Pizza, Pommes und Cola“. Der andere Elternteil kann das nicht einfach verbieten, auch wenn er dagegen ist.
    6. ‌„Große Reisen“ möglich, aber betreuender Elternteil muss zustimmen
      ‌Beispiel: Der Vater ist nicht sorgeberechtigt und will mit dem minderjährigen Sohn nach Australien fliegen. Er braucht die Zustimmung der sorgeberechtigten Person.
    1. Beziehung zwischen Kind und Elternteile darf nicht beeinträchtigt werden
      ‌Ein Elternteil darf das Kind nicht zu seinem eigenen Vorteil beeinflussen, indem es bspw. den anderen Elternteil immer vor dem Kind schlechtmacht.
    2. ‌Kind positiv auf den Umgang mit dem umgangsberechtigten Elternteil einstimmen
      ‌Ein Kind muss sich immer etwas umstellen bei einem Elternteil. Deshalb soll das Kind angemessen auf den Kontakt vorbereitet werden.
    3. ‌Eltern müssen miteinander kooperieren
      ‌Besuche organisieren erfordert die Mithilfe von beiden Elternteilen. Bei Unstimmigkeiten ist immer das Kind die leidtragende Person.
    4. ‌Menschlicher und positiver Umgang zwischen den Eltern
      ‌Das Verhältnis der Eltern soll zumindest neutral-positiv sein. Das entlastet das Kind.
    5. ‌Kosten übernehmen während dem Umgang
      ‌Der umgangsberechtigte Vater kommt für alle Kosten auf, während das Kind bei ihm ist. Fahrtkosten, Kosten für Lebensmittel und Verpflegung, für Freizeitaktivitäten usw.
    6. ‌Unterhaltspflicht weiterhin erfüllen
      ‌Der unterhaltspflichtige Elternteil muss ganz normal Kindesunterhalt weiterzahlen. Die gemeinsam mit dem Kind verbrachte Zeit ersetzt nicht den Unterhalt.

Was darf der Vater beim Umgangsrecht bestimmen?

Die umgangsberechtigte Person – egal, ob Vater oder Mutter – darf bestimmen, wie sie die Zeit mit dem Kind verbringt. Hat der Vater eine neue Freundin, kann er das Kind einfach zu ihr mitnehmen. Auch gemeinsame Urlaube mit dem Kind sind möglich. Möchte er mit dem Kind ins Ausland fahren, braucht er aber die Zustimmung vom anderen Elternteil. Nicht möglich sind: Gefährliche Unternehmungen oder andere Aktivitäten, die das Kind gefährden.

Wie oft darf der Vater das Kind sehen?

Das Umgangsrecht ist an kein Geschlecht gebunden. Meistens lebt aber das Kind bei der Mutter. Meistens machen sich daher Väter Sorgen, dass sie das Kind nur noch selten sehen dürfen. Es gibt aber keine genauen Vorgaben, wie oft der Vater das Kind sehen darf. Mutter und Vater müssen sich darüber einig werden. Finden sie keine einvernehmliche Lösung, sollten sie zuerst das Jugendamt kontaktieren. Kommt es auch dann zu keiner Einigung, muss das Gericht darüber entscheiden. Das Gericht immer nach der jeweiligen familiären Situation. Vorrang hat immer das Kindeswohl und nicht bloß das Interesse der Eltern. Eine typische Regelung: Der Umgangsberechtigte und das Kind dürfen jedes zweite Wochenende und zusätzlich an einem Nachmittag pro Woche Zeit zusammen verbringen. Für die Ferienzeit gibt es häufig eine hälftige Aufteilung zwischen den Elternteilen.

Ferien und Feiertage – Regelungen

Es ist ein Grundrecht für den umgangsberechtigten Elternteil, dass er einen Teil der Ferien und Feiertage mit dem Kind verbringt. Wie lange das Kind Urlaub mit dem anderen Elternteil machen darf, ist nicht festgelegt. Genauso gibt es keine Regelungen dafür, bei wem das Kind welche Feiertage verbringen soll. Die Eltern müssen also kooperieren und sich abstimmen: Dem Kindeswohl entspricht am besten eine faire aber nicht zu starre Aufteilung der Zeit. Ein Feiertag beim Vater, der nächste bei der Mutter. Ein Geburtstag beim Vater, der andere bei der Mutter. Verstehen sich die Eltern, sind auch gemeinsame Feiern und Urlaube denkbar – sofern die Eltern nicht im Trennungsjahr sind. Halten sie sich nicht an die Regeln des Trennungsjahrs, kann das die Scheidung lange hinauszögern.

Beispiel:
Lisa hat 6 Wochen Sommerferien. Sie lebt bei ihrer Mutter. Ihr Vater hat Umgangsrecht, aber kein Sorgerecht. Der Vater möchte mit Lisa für 4 Wochen auf Urlaub nach Spanien fahren. Wenn die Mutter damit einverstanden ist, gibt es nichts dagegen einzuwenden. Eine festgeschriebene „50/50-Regelung“ gibt es nicht. Kommt es zum Streitfall, weil die Mutter dagegen ist, muss möglicherweise das Familiengericht entscheiden.

Umgangsrecht mit Kleinkindern

Auch für Kleinkinder ist der Umgang mit dem Elternteil, bei dem sie nicht ständig leben, wichtig. Das Kindesalter ist meist kein ausreichendes Kriterium, das Umgangsrecht zu verweigern. Zum typischen Umgang gehören auch Übernachtungen und Unternehmungen. Grundsätzlich geht die Rechtsprechung davon aus, dass die umgangsberechtigte Person das Kleinkind ausreichend betreuen kann. Der Umgang mit einem Kleinkind steht grundsätzlich jeder umgangsberechtigten Person zu. Und umgekehrt: Ein intensiver Umgang zwischen Kleinkind und jener Person, bei dem es nicht wohnt, ist grundsätzlich positiv für beide.

Hinweis:
Das Kindeswohl steht immer an 1. Stelle. Der Umgang mit beiden Eltern ist auch für Kleinkinder sehr wichtig.

Wann kann der Umgang verweigert werden?

Mütter (in den allermeisten Fällen hat die Mutter das Sorgerecht) können dem Vater den Umgang nur verweigern, wenn es schwerwiegende Gründe dafür gibt. Dafür müssen immer konkrete Hinweise oder Beweismittel vorliegen. Eine Verweigerung gibt es zum Beispiel bei:

‌• Missbrauch des Kindes (körperlich, sexuell) durch die umgangsberechtige Person
‌• Psychische Auffälligkeiten beim Kind, die auf die umgangsberechtige Person zurückzuführen sind
‌• Schwerer Alkohol- und Drogenmissbrauch der umgangsberechtigten Person
‌• Konkrete Entführungsgefahr durch die umgangsberechtigte Person
‌• Ansteckende Krankheiten, die von der umgangsberechtigten Person übertragen werden können (Verweigerung wegen COVID19) nur mit hinreichenden Beweisen möglich)

Wenn ein Elternteil das Umgangsrecht ungerechtfertigt verweigert?

Verweigert ein Elternteil das Umgangsrecht mit einer bedeutungslosen Begründung, kann das Gericht helfen. Man kann eine sogenannte „Umgangsregelung“ beim Familiengericht beantragen. Gelingt den Eltern keine einvernehmliche, außergerichtliche Einigung, regelt das Familiengericht selbst den Umgang. Es kann trotzdem zu weiteren Komplikationen kommen. Denn nur weil das Gericht etwas beschließt, heißt das noch nicht automatisch, dass die verweigernde Person den Beschluss auch umsetzt. Aber: Das Gericht muss sich um die Durchsetzung des Umgangsrechts kümmern. Tut es das nicht ausreichend, kann die benachteiligte Person sogar Schadenersatz verlangen. Letztlich muss immer das Kindeswohl im Mittelpunkt stehen und nicht die Wünsche der Eltern. Nur wenn das Kind beim umgangsberechtigten Ehepartner in Gefahr ist, kann und muss diesem der Umgang verweigert werden.

‌Zur Durchsetzung des Rechts auf Umgang kann das Gericht zu folgenden Maßnahmen greifen:

‌• Der betreuende Elternteil muss Ordnungsgeld zahlen
‌• Ein sogenannter „Umgangspfleger“ wird angeordnet
‌• Begleiteter Umgang mit einem Dritten • Dem betreuenden Elternteil wird das Sorgerecht entzogen

Was ist eine Umgangspflegschaft?

Die Umgangspflegschaft bezeichnet die gerichtliche Beauftragung einer Person, das Umgangsrecht durchzusetzen. Der Umgangspfleger koordiniert zum Beispiel die Übergabe des Kindes und sorgt für einen neutralen und friedlichen Rahmen bei der Begegnung der Eltern. Das Kind steht bei einem Elternkonflikt immer zwischen den Fronten. Dadurch ist es sehr belastet. Die Rolle des Umgangspflegers kommt genau hier zum tragen: Die meisten Kinder wollen auch mit dem anderen Elternteil zu tun haben. Oft trauen sie sich jedoch nicht, ihr Umgangsbedürfnis vor dem skeptischen Elternteil zu äußern, weil dieser womöglich immer schlecht über den anderen redet. Der Umgangspfleger kann das Kind durch seine Anwesenheit unterstützen und den Beziehungsaufbau zwischen den beteiligten Personen fördern. Solche und andere Angelegenheiten, die mit der Umgangsregelung verbunden sind, stehen im Verantwortungsbereich des Umgangspflegers. Natürlich kann dieser nicht als professioneller Mediator für alles auftreten. Weil Umgangsstreitigkeiten sehr häufig vorkommen, ist die Umgangspflegschaft aber eine wichtige Hilfe. Die Umgangspflegschaft ist befristet: Sie soll den Eltern dabei helfen, in Zukunft selber zu Recht zu kommen. Schaffen sie das nicht, muss über weitere Schritte vor Gericht nachgedacht werden.
Hinweis:
Die Eltern müssen selbst regeln, wie, wann und wie oft Zeit mit dem Kind verbracht wird. Nur wenn sie sich nicht einigen, sollten sie das Jugendamt bzw. Gericht

Umgangsrecht für inhaftierte Väter

Das Umgangsrecht gilt auch für inhaftierte Personen. Ist ein Elternteil im Gefängnis, haben er und das Kind das Recht, miteinander im Kontakt zu stehen, Umgang zu haben. Die Rechtsprechung geht in der Regel davon aus, dass der Kontakt zu beiden Eltern die Kindesentwicklung fördert und eine Entfremdung vorbeugt. Natürlich nur, wenn das Kind den Umgang selber wünscht. Das Interesse des Kindes ist immer zu berücksichtigen. Wie die Umgangsregelung in der Praxis aussieht, ist von Fall zu Fall zu beurteilen. Zum Beispiel ist ein begleiteter Umgang in einer Vater-Kind-Gruppe möglich. Oft finden diese Treffen in eigenen Räumlichkeiten einer JVA statt. Man muss allerdings immer vom Einzelfall ausgehen und die verschiedenen familiären Situationen in Betracht ziehen.

Gilt das Umgangsrecht trotz Corona?

Während der Corona-Krise gibt es vermehrt Fälle, in denen ein Elternteil dem anderen den Umgang mit den Kindern verweigert. Häufige Begründung: Wegen der Ansteckungsgefahr gilt erhöhte Vorsicht, der Umgang mit den Kindern sei daher nicht möglich. Obwohl die Sorge wegen COVID19 verständlich ist, gilt es weiterhin auf das Kindeswohl zu achten. Und dazu gehört eben auch der Kontakt mit beiden Elternteilen. Deshalb: Das Umgangsrecht darf ein Elternteil nicht einfach wegen Corona verweigern. Wem es verweigert wird, der kann sein Recht bei Gericht einklagen. Begründet ist ein Kontaktverbot nur dann, wenn sich der umgangsberechtigte Elternteil in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten hat oder Symptome aufweist.
Achtung:
Wer dem umgangsberechtigten Elternteil aus Angst vor Corona den Umgang mit dem Kind verweigert, kann beim Familiengericht verklagt werden. Nur wenn das Risiko ausreichend begründet ist, ist eine vorübergehende Kontaktsperre rechtlich vertretbar. Ansonsten ist die Verweigerung unzulässig.

Umgangsrecht– Recht einfach erklärt


Was ist ein Umgangsrecht?

Es umfasst das Recht und die Pflicht von Eltern, mit dem minderjährigen Kind Zeit zu verbringen (Treffen, Freizeitaktivitäten, Übernachtungen, Urlaub, usw.) Ebenso hat das Kind das Recht Umgang mit beiden Eltern zu pflegen. Das Gesetz betrachtet den Umgang grundsätzlich immer als förderlich für die Kindesentwicklung.

Gibt es ein Umgangsrecht ohne Sorgerecht?

Ja. Das Umgangsrecht gilt unabhängig vom Sorgerecht. Hat zum Beispiel ein Vater kein Sorgerecht, hat er trotzdem ein Umgangsrecht. Die Rechte und Pflichten einer sorgeberechtigten Person gehen weiter, als die einer umgangsberechtigten.

Gibt es ein Umgangsrecht der Großeltern?

Ein Umgangsrecht für Großeltern besteht dann, wenn er das Kindeswohl fördert. Mit anderen Worten: Möchten das Kind und die Großeltern im Kontakt stehen, sollen die Eltern das erlauben. Verweigern die Eltern den Großeltern das Umgangsrecht, brauchen sie gute Gründe dafür. Sehen sich die Großeltern ungerecht behandelt, können sie das Jugendamt oder einen Anwalt heranziehen.

Was darf ein Vater mit Umgangsrecht bestimmen?

Das Umgangsrecht gilt unabhängig vom Geschlecht. Umgangsberechtigte haben immer Recht auf Auskunft, wie es dem Kind geht; müssen in der Zeitplanung mit dem Kind berücksichtigt werden; dürfen mit dem Kind in persönlichem Kontakt stehen; können dem Kind Geschenke machen; können selbst über tägliche Angelegenheiten entscheiden, wenn das Kind bei ihnen ist; dürfen grundsätzlich große Reisen mit dem Kind unternehmen, sofern der andere Elternteil zustimmt.

Wer muss sich in den Ferien beim Umgangsrecht nach wem richten?

Es gibt keine gesetzliche Regelung hierzu. Das Kindeswohl hat immer Vorrang. In der Praxis teilen die Eltern die Ferien meist fair auf. Einen Teil verbringt das Kind beim einen Elternteil, den anderen Teil beim anderen Elternteil. Die Eltern müssen sich untereinander ausmachen, was gelten soll.

Wer hat das Umgangsrecht an Feiertagen?

Es gibt keine Vorschriften hierfür. Die Eltern sollen darauf achten, dass das Kind mit beiden genügend Zeit verbringt. Häufige Lösung: ein Geburtstag bei der Mutter, der andere beim Vater. Einmal Weihnachten mit Mamma, das nächste Mal mit Papa. Vertragen sich die Eltern, können sie natürlich zusammen mit dem Kind Zeit verbringen.

Was gilt für das Umgangsrecht bei Kleinkindern?

Es gibt keine Unterschiede bei Kleinkindern. Die Rechtsprechung geht grundsätzlich davon aus, dass der Elternteil mit Umgangsrecht sich um das Kleinkind kümmern kann. Das heißt konkret: Übernachtungen und regelmäßige Aufenthalte von Kleinkindern beim umgangsberechtigten Elternteil fördern die Entwicklung des Kindes. Sie sind deshalb zulässig.

Wann kann man ein Umgangsrecht verweigern?

Wenn das Kindeswohl gefährdet ist, kann das Recht verweigert bzw. abgesprochen werden. Zum Beispiel, wenn der Umgangsberechtigte das Kind in Gefahr bringt. Etwa durch übermäßigen Alkohol- und Drogenkonsum, körperlichen und seelischen Missbrauch, wenn eine Entführungsgefahr besteht etc.

Haben inhaftierte Väter ein Umgangsrecht?

Ja. Das Umgangsrecht gilt für alle Eltern. Egal, ob sie im Gefängnis sind oder nicht. Meistens erfolgt der Umgang jedoch unter Aufsicht bzw. im Beisein einer dritten Person. JVAs haben häufig einen eigenen Raum, wo sich Eltern und Kinder treffen können. Nur in schwerwiegenden Fällen, kann das Umgangsrecht verweigert werden (z.B. wenn der Vater die Mutter ermordet hat, etc.)

Was, wenn die Mutter den Umgang wegen Corona verweigert?

Das ist rechtlich unzulässig. Der Umgang darf keinesfalls nur aus Angst verweigert werden. Wer das Umgangsrecht verweigert, muss handfeste Beweise liefern. Zum Beispiel: der Umgangsberechtigte hat sich kürzlich in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten oder weißt Symptome von Corona auf.

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