Eine Frau sitzt in einem Boardinghouse mit Panoramablick © Adobe Stock | Chinnapong

Boardinghouse – Ein zu Hause auf Zeit

Ein Boardinghouse vereint das Wohnen auf Zeit, Wohnkomfort und die Vorzüge eines Hotels. Diese Unterkunftsart bietet Berufspendlern oder Studenten eine unkomplizierte Wohnmöglichkeit. Warum das Boardinghouse immer beliebter wird und welche Services im Preis inbegriffen sind, lesen Sie hier.

Was ist ein Boardinghouse?


‌Ein Boardinghouse kombiniert die Eigenschaften eines Hotels mit den Eigenschaften einer privaten Unterkunft. Das heißt: Die Unterkunft ist komplett eingerichtet und bietet gleichzeitig hotelähnliche Services – beispielsweise eine Zimmerreinigung. Ein Boardinghouse ist für längere Aufenthalte konzipiert und soll Gästen ein „zu Hause auf Zeit“ bieten. Gäste sollen demnach in der Unterkunft nicht nur übernachten, sondern auch wohnen können. Die Aufenthaltsdauer kann von ein paar Tagen bis mehrere Monate lang sein. Ein weiteres Merkmal: Die Apartments befinden in der Regel im Stadtkern und sollen damit das „zu-Hause-Gefühl“ verstärken. Je nach Boardinghouse werden unterschiedliche Dienstleistungen – wie beispielsweise ein Wäscheservice – angeboten.

Welche Merkmale hat ein Boardinghouse?


‌Eine Boardinghouse zeichnet sich vor allem durch folgende Merkmale aus:
  • Ein bis drei Zimmer  
  • Größere Zimmer als in Hotels  
  • Das Apartment ist unterteilt in: Wohnbereich, Schlafbereich, Arbeitsbereich, Badezimmer, WC  
  • Boardinghäuser sind vollständig möbliert und wohnfertig ausgestattet  
  • Befinden sich oft in Innenstadtlage 
  • In der Regel gibt es keine Verpflegung. Es gibt aber Boardinghäuser, die ein Frühstück gegen Gebühr anbieten.  
  • Reinigung und Wäscheservice  
  • Hinweis:
    Der Begriff „Boardinghouse“ wird vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband folgendermaßen definiert:

    ‌„Das Boardinghouse (Serviced Apartment) ist ein Beherbergungsbetrieb, der sich meist an Langzeitnutzer in städtischer Umgebung wendet. Die Zimmer sind von ihrer Ausstattung her an privaten Wohnungen ausgerichtet. Der Service reicht von sehr geringem Angebot bis hin zu einem hotelmäßigen Roomservice.“ 

    Was bietet ein Boardinghouse?


    ‌Es gibt Boardinghäuser, die ein Zimmer, zwei Zimmer oder ganze Apartments anbieten. Die Zimmer oder Apartments verfügen in der Regel über eine ausgestattete Küche, was Gästen ein selbstständiges Kochen, rund um die Uhr ermöglicht. Außerdem werden hotelähnliche Services angeboten, wie unter anderem:
  • Zimmerservice  
  • Zimmerreinigung  
  • Wäscheservice  
  • Frische Bettwäsche und Handtücher  
  • Komfortable Einrichtung 
  • Kostenloses WLAN 
  • Postservice 
  • Fitnessraum, Sauna, Dachterrasse usw. (je nach Boardinghouse) 
  • Hinweis:
    Ein Boardinghouse wird im Sprachgebrauch auch als Longstay Hotel, Serviced Apartment oder „zu Hause auf Zeit“ bezeichnet.

    Boardinghouse – Konzept


    ‌Für die junge, mobile Generation von heute ist es normal, eine gewisse Zeit, berufsbedingt, an verschiedenen Standorten zu wohnen. Die Zielgruppe sucht eine unkomplizierte Wohnform, die an ein Zuhause erinnert. In einem Boardinghouse können Gäste: kochen, arbeiten, essen, schlafen und individueller wohnen als in einem Hotel. Wenn sich ein Boardinghouse auf Langzeit-Gäste spezialisiert, sollte der Fokus auf der „Wohnerfahrung“ liegen. Die Räume sollten daher möglichst harmonisch und gleichzeitig nützlich eingerichtet sein. Ein Ort, an dem man nicht nur schläft, sondern auch wohnt. Der Idealfall für Boardinghouse-Betreiber: Die Gäste empfehlen das Boardinghouse weiter und kommen beim nächsten Aufenthalt selbst wieder.

    Wer sind die Gäste von Boardinghäusern?


    ‌Grundsätzlich kann jede Person ein Boardinghouse buchen – egal, ob für Urlaub oder Arbeitsaufenthalte. Meist sind es aber Menschen, die einerseits unabhängig wohnen und andererseits gewisse Services nutzen möchten. Anders gesagt: Gäste von Boardinghäusern schätzen Selbstversorgung und gewählte Dienstleistungen. Für folgende Gruppen könnte ein Boardinghouse interessant sein:
  • Monteure 
  • Studenten 
  • Praktikanten  
  • Digitale Nomaden  
  • Geschäftsreisende  
  • Messeangestellte  
  • Unternehmensberater  
  • Filmcrews
  • Menschen, die Weiterbildungen besuchen 

  • ‌Neben dem Wohnaspekt kann ein Boardinghouse – je nach Anzahl der Übernachtungen – günstiger sein als ein Hotel oder andere Unterkunftsarten. 

    ‌Ein Boardinghouse richtet sich an jene Menschen, die einen flexiblen Lebensstil, aufgrund von flexibler Arbeit führen. Aber nicht nur: Ein Boardinghouse kann für alle in Frage kommen, die für längere Zeit an einem Ort bleiben und eine Wohnatmosphäre haben möchten.

    Was kostet ein Boardinghouse?


    ‌Der Preis für ein Boardinghouse hängt von der Größe, der Ausstattung und der Anzahl der Übernachtungen ab. Im Durchschnitt liegt der Preis zwischen und 30 und 60 Euro pro Nacht. Es wird vor allem günstiger, wenn Gäste mehrere Wochen bleiben. Die angebotenen Dienstleistungen müssen zudem nur gezahlt werden, wenn sie von den Gästen auch genutzt werden. Im Gegensatz zu einer Mietwohnung muss bei einem Boardinghouse keine Kaution hinterlegt, beziehungsweise Provision gezahlt werden.

    Zusätzliche Kosten


    ‌In vielen Fällen sind Dienstleistungen wie Handtuch- und Bettwäschewechsel im Mietpreis inbegriffen. Einige Kosten müssen vom Gast aber noch zusätzlich gezahlt werden. Dazu gehört beispielsweise die Endreinigung der Unterkunft oder Kosten für eine weitere Person. Außerdem können Gäste – wenn sie es möchten – weitere Services buchen. Zum Beispiel:
  • Brötchenservice (Frühstücksservice) 
  • Fahrradverleih
  • Fitness und Sauna  
  • Grillzubehör 
  • Haustiermitnahme 
  • Tägliche Reinigung 
  • Hinweis:
    Im Gegensatz zur Hotellerie gibt es bei Boardinghäusern noch kein einheitliches Bewertungssystem. An einem allgemein gültigen Gütesigel wird zurzeit gearbeitet.

    Unterschied zwischen Boardinghouse und Hotel


    ‌Ein Boardinghouse möchte mit dem Konzept „Wohnen auf Zeit“ punkten. Das heißt: Die Zimmer müssen gemütlich und das Gefühl von einem zu Hause vermitteln. Hotel-Zimmer sind gewöhnlich eher schlicht und dezent eingerichtet. Hotels eignen sich schließlich hauptsächlich zum Übernachten. Boardinghäuser möchten hingegen ein Wohnatmosphäre schaffen, um längere Aufenthalte reizvoll zu machen. Die Anbieter werben daher mit ausgestatteten Küchen, getrennten Wohnbereichen und geschmackvollen Möbeln.

    Welche Vorteile bietet ein Boardinghouse?

  • Die Unterkünfte befinden sich meist sehr zentral. Eine gute Verkehrsanbindung und Restaurants, Bars, Geschäfte usw. sind somit gleich um die Ecke. 
  • Gäste müssen sich um nichts kümmern – auch wenn sie mehrere Wochen bleiben. 
  • Ein Boardinghouse bietet Wohnkomfort.  
  • Gäste zahlen nur für die Leistungen, die sie in Anspruch nehmen. 
  • Vermieter von Boardinghäusern müssen nicht jeden Tag neue Gäste ein- und auschecken.  
  • Die Gäste sind oftmals Angestellte von zahlungskräftigen Unternehmen, die bei Bedarf immer wieder kommen könnten und somit eine sichere Einnahmequelle bedeuten.
    ‌ 
  • Warum gibt es Boardinghäuser?


    ‌Das Konzept Boardinghouse stammt ursprünglich aus den USA und ist dort speziell unter Studenten sehr beliebt. Aber auch in Europa entstehen immer mehr Boardinghäuser – vor allem in großen Städten. Der Grund: Es ist durchaus schwierig, gewöhnliche Wohnungen nur für eine bestimmte Zeit zu mieten. Berufspendler, Studenten und digitale Nomaden beispielsweise brauchen die Wohnungen aber nur für einen bestimmten Zeitraum. Der zeitliche Aspekt und die Serviceleistungen machen das Boardinghouse für diese Zielgruppen besonders interessant.

    Boardinghouse – Wie entwickelt sich der Markt?


    ‌Das Analysehaus Apartmentservice veröffentlichte in einer Studie, dass es in Deutschland etwa 28.500 möblierte Apartments für Kurzzeitmiete gibt. Ungefähr 50 % davon befinden sich in Hotels. Die andere Hälfte sind eigenständige Gebäude. Die Gäste bleiben durchschnittlich etwas mehr als einen Monat. 

    ‌Laut dem Analysehaus Apartmentservice sollen bis zum Jahr 2030 mindestens 100.000 Boardinghouse-Apartments in Deutschland stehen. Auch die Betreiber von Boardinghäuser sehen künftig sehr viel Potenzial. Die Nachfrage nach flexiblen Wohnmöglichkeiten scheint in einer flexiblen (Arbeits-)Welt immer größer zu werden.

    Boardinghäuser in Deutschland


    ‌Die meisten Boardinghäuser in Deutschland findet man in:
  • Berlin 
  • Köln
  • Hamburg
  • München 
  • Düsseldorf 

  • ‌Im Vergleich zu den USA – wo Boardinghäuser als „Serviced Apartments“ bezeichnet werden – ist das Angebot in Deutschland noch eher gering. Hoteliers und Investoren sehen daher ein großes Wachstumspotenzial in den nächsten Jahren. „Derag Hotel and Living“ hat 14 Standorte in Deutschland und sieht sich als Marktführer im Segment „Wohnen auf Zeit“. Mittlerweile haben auch einige internationale Ketten Boardinghäuser in Deutschland errichtet.

    Boardinghouse – Immobilien einfach erklärt

    Was bedeutet Boardinghouse?

    Ein Boardinghouse bezeichnet ein vollständig eingerichtetes Apartment, das einige hotelähnliche Services anbietet und für einen längeren Aufenthalt gedacht ist. Ein Boardinghouse möchte im Gegensatz zum Hotel mehr Wohngefühl vermitteln. Leistungen, wie ein Wäscheservice oder eine Reinigung gehören aber ebenso zum Konzept von Boardinghäusern. 

    ‌Weiterlesen: Was ist ein Boardinghouse?

    Wer bucht ein Boardinghouse?

    Boardinghäuser eignen sich besonders für Menschen, die für eine bestimmte Zeit, an einem anderen Ort wohnen und arbeiten. Das können Monteure, Projektmitarbeiter, Studenten oder digitale Nomaden sein. Die Zielgruppe von Boardinghäusern möchte eigenständig und komfortabel wohnen und kann bei Bedarf hotelähnliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen. 

    ‌Weiterlesen: Wer sind die Gäste von Boardinghäusern?

    Wie viel kostet ein Boardinghouse?

    Ein Boardinghouse kann unter Umständen günstiger sein als Hotel. Der Preis pro Übernachtung hängt aber von der Länge des Aufenthalts ab. Je länger Gäste bleiben, desto günstiger wird der Preis pro Übernachtung. Handtuchwechsel oder leichte Reinigungen sind normalerweise im Gesamtpreis inbegriffen, andere Services können extra dazu gebucht werden. 

    ‌Weiterlesen: Was kostet ein Boardinghouse?

    Warum gibt es Boardinghäuser?

    Boardinghäuser haben ihren Ursprung in den USA und werden dort bereits seit Jahrzehnten betrieben. In Deutschland wächst der Markt zurzeit. Boardinghäuser ermöglichen ein Wohnen auf Zeit und differenzieren sich dabei bewusst von Hotels. Da es normalerweise schwer wäre, eine Mietwohnung nur für kurze Zeit zu bekommen, treffen Boardinghäuser hier ebenfalls eine Nische. 

    ‌Weiterlesen: Welche Vorteile bietet ein Boardinghouse?

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