AltText: Kleine Häuser werden auf Münzstapel gestellt.

Immobilienkauf: Ablaufplan, Nebenkosten und Tipps

Bei einem Immobilienkauf gehören einige wichtige Aspekte wie Größe des Objekts und dessen Finanzierung abgeklärt. Welche Punkte bei der Anschaffung einer Immobilie beachtet werden sollten, erfahren Sie hier.

Wichtige Fragen vorm Immobilienkauf


‌Wenn man am Erwerb einer Immobilie interessiert ist, sollte man sich zunächst fragen, welche Art von Immobilie man sein Eigen nennen möchte. Zunächst muss man klären, ob man lieber in einer Eigentumswohnung oder einem Haus leben will. Sollte diese erste Entscheidung getroffen worden sein, stellen sich die nächsten wichtigen Fragen: Eher Altbau oder Neubau? Wie groß soll die Wohnung/das Haus sein? 

‌Es ist natürlich auch eine Frage des Budgets, welche Immobilie man erwerben möchte. Sobald man sich entschieden hat, ob man ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, gibt es einen Ablaufplan, den man beachten sollte. Hier wird dieser Plan anhand eines Hauskaufs durchbesprochen und anschließend werden die Unterschiede zum Wohnungskauf aufgezeigt.


‌Hauskauf mit Ablaufplan 

‌Wenn der Entschluss für den Kauf eines Hauses gefallen ist, muss man sich zunächst überlegen, wo die Immobilie stehen soll, wie groß sie sein soll und ob sie einen Garten besitzen soll oder nicht. Wenn ja, wie viel Grundstücksfläche wird benötigt? 

‌Sobald grobe Überlegungen getroffen wurden, wie das Traumhaus circa aussieht, muss eine gewisse Reihenfolge der nächsten Schritte beachtet werden. 

‌1. Besichtigungen 
‌Das Wichtigste ist, dass man die Immobilie, welche man erwerben will, zuvor besichtigt. Hierfür muss man sich entscheiden, ob man privat auf die Suche nach einer Immobilie geht oder einen Immobilienmakler engagiert. Außerdem sollte man immer mehrere Objekte inspizieren, denn es ist selten der Fall, dass das erste Gebäude genau das Richtige ist. 

‌2. Finanzierung 

‌Nachdem man sich mehrere Liegenschaften angesehen und sich womöglich schon für eine entschieden hat, sollte man die Finanzierung genauestens durchdenken. Durch die verschiedenen Formen der Finanzierung wie mittels Eigenkapital oder Fremdkapital stehen einem alle Türen offen. 

‌Wenn man auf eine Fremdfinanzierung zurückgreift, sollte jedem Käufer bewusst sein, dass man ein Darlehen oder einen Kredit über mehrere Jahrzehnte zurückzahlen muss. 

‌3. Kaufen 
Sobald der Aspekt der Finanzierung abgeklärt ist und bevor der Kauf weiter vorangetrieben wird sollte man im Grundbuch prüfen, ob Belastungen, wie zum Beispiel ein Nießbrauch- oder ein Wegerecht auf der Liegenschaft eingetragen sind.

Hinweis:
Das Nießbrauchrecht ist jenes Recht, welches man an einer Liegenschaft oder einem Gegenstand besitzen kann. Darunter fällt die freie Nutzung des Objekts sowie die Möglichkeit daraus einen Nutzen zu ziehen. Wenn ein Nießbrauchrecht an einer Immobilie besteht, kann man in der Immobilie wohnen, sie vermieten oder bestimmen wer darin wohnt und dies ohne der Eigentümer der Liegenschaft zu sein.
Sollte dies nicht der Fall sein, kann mit dem Verkäufer einen Termin zur Erstellung des Kaufvertrags vereinbaren. In diesem Vertrag werden alle Punkte bezüglich Zahlung und Übergabe dokumentiert und der Kauf wird von einem Notar abgewickelt. 

‌Der Notar reserviert dem Käufer die Liegenschaft im Grundbuch und sobald alle Zahlungen erfolgt sind, kann sich der Käufer als Eigentümer im Grundbuch eintragen lassen. 

‌Falls an der Immobilie Mängel waren, welche vor der Übergabe ausgebessert werden sollten, kann sich ein Übergabeprotokoll auszahlen, um dies genau festzustellen. 

‌4. Einziehen 
‌Vor dem Einzug fallen in der Regel noch Malerarbeiten oder kleinere Renovierungen an, es sei denn man kauft ein Haus, welches genau den eigenen Vorstellungen entspricht. Falls das Gegenteil der Fall ist und man ein sanierungsfälliges Gebäude erwirbt, sind hier natürlich aufwendigere Arbeiten nötig. 

‌Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, steht dem Einzug nichts mehr im Wege. Die Räume der Immobilie werden nach dem Geschmack des Käufers eingerichtet und dieser kann das Objekt endlich sein Eigenheim nennen.

Nebenkosten beim Immobilienkauf


‌Bei einem Immobilienkauf fallen nicht nur die Kosten für das Objekt selbst an, sondern es ist mit vielen zusätzlichen Kosten zu rechnen. Wenn man sich für einen Makler zur Haussuche entschieden hat, sind hohe Kosten für diesen zu entrichten. Ein Makler verlangt eine Provision von drei bis sieben Prozent des zu bezahlenden Kaufpreises. Zu diesem Prozentsatz kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu. 

‌Sobald der Kauf in Abwicklung ist, kommen zusätzlich noch Notarkosten hinzu. Für diese gibt es keinen Wert, da sie sich je nach Notar und Region unterscheiden. Außerdem sind Kosten für den Grundbucheintrag zu bezahlen, welche in der Regel im dreistelligen Bereich liegen. 

‌Zudem kommt es in Deutschland je nach Bundesland zu einer Grunderwerbssteuer von 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises und zu Kosten für eine Sanierung oder Renovierung. Je nach Objekt unterscheiden sich die letztgenannten Kosten. Falls eine Sanierung oder ein Umbau geplant ist, fallen zusätzlich Kosten für Baugenehmigungen an. 

‌Darüber hinaus sollte man als Eigentümer einer Liegenschaft immer einen Betrag zurücklegen, falls Instandhaltungsmaßnahmen nötig sind. Es kann jederzeit zu einer Investition aufgrund von Instandhaltung kommen. Ein Beispiel dafür ist, dass die Heizung oder die Rohrleitungen erneuert werden müssen. Diese Kosten können schnell einmal mehrere tausend Euro betragen. 

‌Nicht zu vergessen sind auch weiterhin Betriebskosten für Heizung, Wasser und Strom, die laufend zu bezahlen sind. Auch diese Kosten sowie jene der Versicherung können je nach Größe der Immobilie sehr hoch werden.

Tipps für den Immobilienkauf


‌Ein paar Tipps sollte man sich bei einem geplanten Immobilienkauf zu Herzen nehmen: 
  • Gründlich überlegen, welche Immobilie man will und tatsächlich benötigt. 
  • Mehrere Objekte besichtigen und das für sich perfekte auswählen. 
  • Sollte man sich bei Immobilien nicht sehr gut auskennen, ist es ratsam einen Bekannten aus der Branche oder einen Sachverständigen um Hilfe bitten. 
  • Man sollte Grundbuchsauszüge beantragen und genau durchlesen, um nicht später irgendwelche Überraschungen zu erleben. Es könnte sein, dass ein Fruchtgenuss- oder ein Wegerecht auf der Liegenschaft verankert ist. 
  • Falls man die Immobilie wieder veräußern muss, sollte man abwiegen, ob sie sich wiederverkaufen lässt. Falls man nicht über genügend Eigenkapital verfügt, sollte man das richtige Darlehen aufnehmen. ‌
  • Wenn möglich, sollte man die Traumimmobilie ohne einen Makler finden, um Kosten zu sparen. ‌

  • Unterschiede zwischen Wohnungs- und Hauskauf


    ‌Grundsätzlich gibt es nicht viele Unterschiede was den Ablauf eines Hauskaufs von dem eines Wohnungskaufs unterscheidet. In beiden Fällen sollten der Ablauf und die Tipps  beherzigt werden. 

    ‌Die Unterschiede bei dem Kauf einer Wohnung im Gegensatz zu einem Haus sind folgende: 

  • Bei einer Wohnung teilt man sich da Gebäude mit mehreren Haushalten und muss deshalb mit einer anderen Form der Lärmbelästigungen durch die Nachbarn rechnen als bei einem Haus. Da man hier nur durch eine Wand oder einen Fußboden/Decke getrennt ist, dringen Geräusche von nebenan leichter in die eigenen vier Wände. 
  • Außerdem gibt es in einem Mehrparteienhaus Nutzflächen, die für alle Bewohner zugänglich und deshalb auch gemeinsam zu pflegen sind. Wenn es kein Abkommen über die Pflege der öffentlichen Bereiche gibt, wird hier die Hausverwaltung eine Firma zur Pflege engagieren. Dadurch entstehen erneute Kosten. 
  • Zusätzlich sind Renovierungsarbeiten am Haus von allen mitzutragen. Dazu werden auch Kosten gerechnet, welche durch Arbeiten in den öffentlichen Teilen verrichtet werden.

  • Immobilienkauf – Immobilien einfach erklärt

    Was ist ein Immobilienkauf?

    Bei einem Immobilienkauf handelt es sich um das Erwerben eines Hauses oder einer Wohnung. Es muss zu Beginn entschieden werden, ob ein Haus oder eine Wohnung gekauft werden soll. Im Anschluss sollte man mehrere Objekte besichtigen und sich ausreichend beraten lassen.

    ‌Weiterlesen: Was ist ein Immobilienkauf?

    Wie läuft ein Immobilienkauf ab?

    Nach der genauen Definition des gewünschten Objekts sollte man mehrere Besichtigungen vornehmen, um das Bestmögliche zu finden. Sobald man die Traumimmobilie gefunden hat, muss man sich die Finanzierung überlegen. Wenn alle Fragen zur Finanzierung abgeklärt sind, sind Käufer und Verkäufer dazu angehalten einen Kaufvertrag aufzusetzen und den Kauf vom Notar abwickeln zu lassen.

    ‌Weiterlesen: Wie läuft ein Immobilienkauf ab?

    Welche Nebenkosten sind beim Immobilienkauf zu beachten?

    Neben den Notarkosten, sind ebenfalls Grunderwerbsteuern und Kosten für den Grundbucheintrag zu berücksichtigen. Dazu können Kosten zur Renovierung kommen. Sollte man einen Makler engagieren, wird außerdem noch eine Maklerprovision fällig.

    ‌Weiterlesen: Welche Nebenkosten sind beim Immobilienkauf zu beachten?

    Was ist beim Immobilienkauf zu beachten?

    Wenn die Größe und die Lage der Immobilie festgelegt sind, sollte man, sobald ein Objekt ausgewählt wurde, einen Grundbuchauszug anfordern und gegebenenfalls ein Sachverständigengutachten erstellen lassen.

    ‌Weiterlesen: Was ist beim Immobilienkauf zu beachten?

    Welche Unterschiede gibt es beim Wohnungs- und Hauskauf?

    Beim Ablauf eines Haus- bzw. Wohnungskaufs gibt es in der Regel nicht viele Unterschiede. Es sollte aber einige Unterschiede klar sein, welche nach dem Kauf eintreten werden. Zunächst gibt es bei einer Wohnung Flächen, welche für alle Bewohner zugänglich sind. Außerdem können zusätzliche Kosten für die Hausverwaltung anfallen.

    ‌Weiterlesen: Welche Unterschiede gibt es beim Wohnungs- und Hauskauf?

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