Eltern und Tochter streiten beim Frühstück: Streit mit den Eltern gehört einfach dazu. Es gibt aber gewisse Regeln. © Adobe Stock | Viacheslav Lakobchuk

Streit mit Eltern: Gründe, Regeln, Lösungen & Beratung

Streit mit Eltern und anderen Familienmitgliedern ist keine Ausnahme. Unterschiedliche Meinungen und Erwartungen können sich lautstark entladen. Und das ist auch normal so. Wenn man beim Streiten bestimmte Regeln befolgt, kann man dadurch viel dazulernen. Mehr lesen.

Warum entsteht häufig Streit mit den Eltern?


‌Die Anlässe zum Streiten mit den Eltern sind vielfältig. Viele Streitigkeiten sind normal und gehören einfach zum Familienleben und „Erwachsenwerden“ dazu. Verschiedene Erwartungshaltungen können zu Konflikten führen. Deshalb ist das Reden miteinander so wichtig. Streit muss nicht immer negativ sein. Wichtig ist allerdings, zu lernen, mit Anstand und Regeln zu streiten.

‌Häufige Gründe für Kinder-Eltern-Konflikte:
  • Schlafenszeiten 
  • Ausgehzeiten 
  • Probleme in der Schule 
  • Fernsehen, Handy, PC 
  • Neid mit bzw. Vergleich mit anderen Kindern 
  • Rivalität mit den Geschwistern 
  • Aufräumen 
  • Alkohol und Drogen 
  • Essen 
  • Freundeskreis 
  • Sex

    ‌ 
  • Wie wirkt sich Streit auf Kinder aus?


    ‌Wenn Eltern und Kinder miteinander oder Eltern untereinander streiten, muss das nicht zwangsläufig schlecht für die Kindesentwicklung sein. Dies gilt generell für Streitigkeiten innerhalb der Familie. Das Wichtigste ist, dass eine gewisse Streitkultur gepflegt wird. 

    ‌Wird eine solche Konflikt-Kultur nicht beachtet, kann das sehr schädliche Auswirkungen auf die geistige und auch körperliche Entwicklung der Kinder haben. Solche Entwicklungsbeeinträchtigungen können sich später schlimmstenfalls in Angst- und Verhaltensstörungen äußern. Kinder können dadurch Anpassungs- und Lernschwierigkeiten bekommen. 

    ‌Manche Kinder werden verschlossen und isolieren sich sozial. Andere wiederum gehen stark in die Offensive und werden aggressiv. Häufige und ungeklärte Streitigkeiten mit und unter den Elternteilen können schwerwiegende Bindungsstörungen hervorrufen. Es kann bei den Kindern zu einem Verlust an Selbstvertrauen führen.

    Streit mit Eltern im Erwachsenenalter


    ‌Durch die Volljährigkeit von Kindern kann eine neue Beziehungs- und Gesprächskultur mit den Eltern entstehen. Mit dem Erwachsenenalter werden Kinder bzw. Jugendliche voll geschäftsfähig und brauchen sich von den Eltern und Erziehungsberechtigten (offiziell) nichts mehr sagen lassen. 

    ‌Das kann eine Chance für die Eltern-Kind-Beziehung sein. Häufig braucht es diesen gesetzlichen „Befreiungsschlag“, um loslassen lernen zu können. Schwelen unter der Oberfläche des Eltern-Kind-Verhältnisses Konflikte, kann möglicherweise Abstand für eine bestimmte Zeit gut tun. Durch die nun ohnehin offiziell gegebene Unabhängigkeit des Kindes, ist der Abstand vielleicht leichter verkraftbar. 

    ‌Können Eltern nicht aufhören, sich in die persönlichen Angelegenheiten des Kindes einzumischen, sollte auch über eine Familientherapie, Familienberatung oder eine Mediation nachgedacht werden.
    Hinweis:
    Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Anwalt für Familienrecht zu beauftragen. Manchmal hilft allein schon eine Nachricht vom Anwalt, dass sich die Eltern zurückhalten.

    Wie streitet man richtig mit den Eltern? – Die wichtigsten Regeln


    1) Einen Konflikt mit allen Mitteln zu vermeiden, bedeutet häufig, dass man das Problem nur auf einen späteren Zeitpunkt verlagert. Dinge, die Probleme machen, sollten bestenfalls so bald wie möglich ausdiskutiert werden. 

    ‌2) Erst denken, dann reden: Überstürzte und übertriebene Wortwahl, ein hitziger Tonfall, stark verallgemeinernde Aussagen und Schimpfwörter sollten jedenfalls tabu sein. In manchen Situationen kann das nicht vermieden werden. Allerdings sollte man sich bewusst sein, damit dies auf die lange Sicht die Beziehung nur noch mehr belastet. 

    ‌3) Konkrete Beispiele sind besser als lange theoretische und abstrakte Abhandlungen. 

    ‌4) Aufmerksam zuhören und Fragen stellen ist sehr wichtig. 

    ‌5) Zudem sollten die eigenen Wünsche (Ich-Botschaften) hervorgehoben werden. Das ist besser, als eine Liste an Forderungen zu stellen. Man sollte nicht verstecken, dass man durch dieses und jenes Verhalten gekränkt wird. 

    ‌6) Das Gesagte kann man noch einmal wiederholen und zusammenfassen. Damit geht man sicher, dass man auch wirklich alles richtig verstanden hat. 

    ‌7) Aussagen wie „Du sagst also, dass …“ sollten vermieden werden. Sie gehen nämlich in eine manipulative Richtung, wodurch man dem Gesprächspartner in gewisser Weise etwas unterstellt, was er oder sie möglicherweise gar nicht so gesagt hat. Besser ist es, nochmal nachzufragen, was er oder sie genau zum Thema denkt. 

    ‌8) Man sollte sein Ego zurücknehmen und sachlich bleiben. Beim Streiten gibt es keinen „Gewinner“ und keinen „Verlierer“. Wer nur streitet, um vor dem anderen als „Gewinner“ da zu stehen, gewinnt vielleicht auf kurze Sicht etwas. Eine wirkliche Veränderung bringt das aber meist nicht. 

    ‌9) Der Gesprächs- bzw. Streitpartner sollte im richtigen Moment angesprochen werden. Wer gerade Stress hat, müde ist, oder überlastet ist, ist in aller Regel leichter reizbar, schlechter gelaunt und weniger aufnahmefähig. 

    ‌10) Es ist nicht zielführend, ständig in der Vergangenheit „herumzuwühlen“. Besonders dann, wenn das Thema schon abgeschlossen ist und der Mensch gegenüber seinen vergangenen Fehler bereits eingesehen hat. Das bringt das gegenseitige Vertrauen noch mehr in Schieflage.
    Hinweis:
    Hilfreich ist auch, sich in einfach in die Lage der Eltern zu versetzen. Das kann ein neues Licht auf die Situation werfen.

    Ab welchem Alter dürfen Kinder ausziehen?


    ‌Minderjährige dürfen ab dem vollendeten 16. Lebensjahr ausziehen und in einer eigenen Wohnung leben. Allerdings ist dafür die Zustimmung der Eltern notwendig. Die Eltern müssen in dem Fall auch den Mietvertrag mitunterschreiben. Die Eltern haben das Aufenthaltsbestimmungsrecht über das Kind nämlich bis zu dessen Volljährigkeit.

    Streit mit Eltern eskaliert: Wo kann ich mir helfen lassen?


    ‌Es gibt eine Reihe an Möglichkeiten, wenn die Streits mit den Eltern kein Ende mehr nehmen wollen. Zudem haben Mediatoren und Familientherapeuten viel Erfahrung im Umgang und Schlichten von Konflikten. Wer häusliche Gewalt zuhause erlebt, sollte sich schnellstmöglich beim Jugendamt oder bei der Polizei melden.
  • Hinweis:
    Mehr über Beratungsstellen bei Familien-Konflikten im Beitrag Familienberatung lesen.

    Streit mit Eltern – Recht einfach erklärt

    Welche Regeln soll ich beim Streiten mit Eltern befolgen?

    Wichtig ist zum Beispiel, dass man den Gesprächspartner ausreden lässt, die Emotionen zurückhält, keine Schimpfworte benutzt, nicht mit allen Mitteln versucht, zu gewinnen, nicht ständig in der Vergangenheit „herumwühlt“. Wichtig ist zudem etwa, dass man „Ich-Botschaften“ formuliert, das macht die Anliegen persönlicher. 

    ‌Weiterlesen. Wie streitet man richtig mit den Eltern? – Die wichtigsten Regeln

    Wann dürfen Kinder ausziehen?

    Ab dem 16. Geburtstag dürfen Kinder ausziehen und zum Beispiel in einer eigenen Wohnung oder bei den Großeltern leben. Die Eltern müssen dem aber zustimmen. 

    ‌Weiterlesen. Ab welchem Alter dürfen Kinder ausziehen?

    Was kann ich tun, wenn ich mit meinen Eltern nicht mehr klar komme?

    Wer sich mit seinen Eltern nicht mehr versteht, sollte trotzdem das Gespräch mit ihnen suchen. Ist die Situation schon so festgefahren, dass sich nicht mal mehr reden lässt, kann man sich bei einer Familien-Beratungsstelle melden. Eine Mediation oder ein Familientherapeut kann auch weiterhelfen. 

    ‌Weiterlesen. Streit mit Eltern eskaliert: Wo kann ich mir helfen lassen?

    Was soll ich machen, wenn ich geschlagen werde?

    Häusliche Gewalt oder andere Formen von Misshandlung (körperliche oder seelische) sind keinesfalls akzeptabel. Wer als Kind Opfer von Gewalt wird, sollte sich bei der Polizei oder beim Jugendamt melden. Oder bei einer anderen Beratungsstelle. 

    ‌Weiterlesen. Streit mit Eltern eskaliert: Wo kann ich mir helfen lassen?

    Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen sind lediglich allgemeine Informationen und ersetzen keine professionelle rechtliche Beratung. Jede Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität ist ausgeschlossen.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Begleiteter Umgang (Umgangsbegleitung): Voraussetzungen, Aufgaben, Dauer - BERATUNG.DE
    Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts nach § 1684 Abs. 1 des … mehr lesen
    Tagesmutter: Die wichtigsten Infos für Eltern - BERATUNG.DE
    Eine Tagesmutter hat einige Vorteile: Bei ihr sind maximal 4 Kinder in Betreuung. Zudem sind sie oft zeitlich flexibler als KiTas. … mehr lesen
    Pflegeeltern werden – Wie kann man ein Pflegekind aufnehmen? - BERATUNG.DE
    Wenn sich Eltern nicht ausreichend um ihre Kinder sorgen können, wird oft das Jugendamt aktiv. Belastende Ereignisse wie etwa … mehr lesen