Ein leerstehende Gewerbeimmobilie mit Glasfront © Adobe Stock | peterschreiber.media

Gewerbemakler – Bewertung, Vermarktung und Verkauf

Gewerbemakler kümmern sich um den Kauf oder Verkauf von Gewerbeimmobilien. Oft sind Gewerbemakler ausschließlich auf Gewerbeimmobilien spezialisiert und kommen selbst aus einem wirtschaftlichen Background. Was Gewerbemakler anbieten und auf was Aufraggeber bei der Wahl achten sollten, lesen Sie hier.

Was machen Gewerbemakler?


‌Gewerbemakler vermarkten keine Wohnimmobilien, sondern Gewerbeimmobilien. Gewerbeimmobilien werden gesetzlich anders behandelt als Wohnimmobilien und das spiegelt sich auch in den Mietverträgen wider. Gewerbemakler unterstützen Eigentümer demnach bei der Erstellung von Gewerbemietverträgen. Einerseits suchen Gewebemakler die passende Gewerbeimmobilie für Käufer und andererseits erstellen sie für Verkäufer unter anderem ein Exposé, Wertgutachten und betreuen Kunden. Seriöse Gewerbemakler sind meist gut vernetzt, haben sich auf Gewerbeimmobilien spezialisiert und können meist eine betriebswirtschaftliche Ausbildung vorweisen. Da es bei Gewerbeimmobilien um Faktoren, wie Ertragswert und Kosteneffizienz geht, sollten Gewerbemakler über unternehmerisches Knowhow verfügen.

Welche Aufgaben erledigen Gewerbemakler?


‌Gewerbemakler zeigen Interessenten nicht bloß eine Gewerbeimmobilie, sondern bieten unterschiedliche Dienstleistungen, wie beispielsweise:
  • Erstellung einer Standortanalyse  
  • Beschaffung von Unterlagen (Grundriss, Baupläne, Grundbuchauszug etc.) 
  • Vermarktung der Gewerbeimmobilie  
  • Zielgruppe definieren  
  • Verkaufspreis/Mietpreis bestimmen  
  • Erstellung von Exposé bei Verkauf  
  • Suche nach Käufern/Mietern  
  • Prüfung der Bonität von Käufern 
  • Unterstützung beim Notartermin  

  • ‌Gewerbemakler weisen in der Regel viel Expertise im Bereich Gewerbemietrecht auf, kennen den Markt der Gewerbeimmobilien gut und prüfen, ob potenzielle Käufer überhaupt die finanziellen Möglichkeiten besitzen.
    Hinweis:
    Gewerbemakler betreuen – im Gegensatz zu Privatmaklern – Unternehmen. Viele Makler können betriebswirtschaftliche Ausbildungen vorweisen, obwohl das keine Voraussetzung ist. Gewerbeimmobilien werden zudem formeller und faktenorientierter präsentiert als Wohnimmobilien. Für Unternehmen muss die Immobilie schließlich rentabel sein.

    Was sollten Gewerbemakler mitbringen?


    ‌Professionelle Gewerbemakler sollten eine gute Marktkenntnis und ausreichend Knowhow aufweisen können. Außerdem müssen Gewerbemakler die Immobilie so bewerten und präsentieren, dass sie auch gekauft wird. Vermarkten Sie die Gewerbeimmobilie beispielsweise selbst, kann es passieren, dass der angebotene Preis keine Interessenten findet. Darunter leidet das Image des Objekts und das könnte die Immobilie unverkäuflich machen.

    Wertermittlung – Gewerbemakler


    ‌Bevor eine Gewerbeimmobilie inseriert werden kann, müssen Gewerbemakler den Verkehrswert (Marktwert) der Immobilie ermitteln. Andernfalls kann kein Verkaufsangebot gestellt werden. Bei Gewerbeimmobilien wird dafür das Ertragswertverfahren ausschlaggebend. Hierbei ist wichtig herauszufinden, wie viel Erträge mit der Gewerbeimmobilie erwirtschaftet werden können. Gewerbemakler müssen dabei Faktoren, wie Lage, Zustand der Immobilie, Nutzungsart oder Drittverwendungsfähigkeit miteinbeziehen.

    Gewerbemakler – Wer zahlt die Maklerprovision?


    ‌Bei Gewerbeimmobilien besteht Vertragsfreiheit. Das heißt: Gewerbemakler können die Höhe ihrer Maklerprovision selbst festlegen. Da es bei Gewerbeimmobilien aber kein Maklercourtage-Gesetz oder Besteller Prinzip gibt, werden die Kosten zwischen Käufer und Verkäufer nicht geteilt. Üblicherweise entscheiden Angebot und Nachfrage darüber, wer den Makler bezahlt. Besteht beispielsweise ein Verkäufermarkt (Nachfrage höher als Angebot) bezahlen Käufer oder Mieter die Maklerkosten. Umgekehrt: Besteht ein Käufermarkt (Angebot höher als Nachfrage) bezahlen Eigentümer die Maklerprovision. Die Provision beträgt bei Gewerbemietverträgen in der Regel drei bis vier Monatsmieten.
    Hinweis:
    Um die Maklertätigkeit ausüben zu dürfen, benötigen Gewerbemakler laut § 34c Gewerbeordnung einen Maklerschein/Gewerbeschein.

    Wie hoch ist die Maklerprovision?


    ‌Die Höhe der Maklerprovision ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, liegt aber gewöhnlich zwischen 3 und 6 %. Beispielsweise zahlen Käufer in München häufig 3 % + MwSt., während sie in Berlin ganze 6 % + MwSt. zahlen. Bei Gewerbeimmobilien übernehmen aber oft die Eigentümer die ganze Provision. Der Grund: Gewerbemakler fungieren in der Regel als Dienstleister der Gewerbeimmobilienverkäufer.
    Achtung:
    Die Höhe der Maklerprovision sollte im Maklervertrag schriftlich festgehalten werden. Außerdem ist zu klären, wie die Kosten zustande kommen und wer die Provision zahlt.

    Gewerbemakler finden – Auf was sollte man achten?


    ‌Als Gewerbemakler können sich viele bezeichnen – aber um einen professionellen und geeigneten Gewerbemakler zu finden, sollten Interessenten folgende Kriterien berücksichtigen:

    Auftreten


    ‌Der Internet-Auftritt des Gewerbemaklers sollte professionell wirken. Zudem sollten die wichtigsten Informationen einfach und verständlich erklärt sein. Einen endgültigen Eindruck bekommen Interessenten hingegen erst bei einem persönlichen Treffen.

    Angaben auf Website


    ‌Bestimme Informationen – wie beispielsweise die Umsatzsteueridentifikations-Nummer – müssen vom Gewerbemakler veröffentlicht werden. Eine Ausnahme bilden Kleinunternehmer, die zu keiner Veröffentlichung verpflichtet sind. Aufpassen sollten Sie jedoch, wenn beispielweise Kontaktdaten fehlen.

    Transparenz


    ‌Seriöse Gewerbemakler legen alle Kosten offen und erklären, wie sich diese ergeben. Kunden sollten sofort wissen, mit viel Kosten sie rechnen müssen.

    Erfahrung und Referenzen


    ‌Achten Sie auf bisherige Vermittlungen des Gewerbemaklers. Welche Unternehmen konnte dieser bereits erfolgreich vermitteln? Welche Art von Gewerbeimmobilien? Hierbei sollten Interessenten gezielt nach Kunden des Gewerbemaklers fragen.

    Ausbildung


    ‌Gewerbemakler brauchen zwar keine spezifische Ausbildung, allerdings müssen sie vor Beginn der Maklertätigkeit einen Maklerschein beantragen. Grundsätzlich empfiehlt es sich auf betriebswirtschaftliche oder juristische Kenntnisse von Gewerbemarklern zu achten. Das Gleiche gilt für Weiterbildungen und Zertifikate. Je mehr Wissen vorgewiesen werden kann, desto besser.

    Mitgliedschaft im Berufsverband


    ‌Ein Indiz für einen seriösen Gewerbemakler ist die Zugehörigkeit bei einem Berufsverband. Hier gibt es beispielsweise den Immobilienverband Deutschland (IVD). oder die RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors). Mitglieder müssen bestimmte Standards erfüllen, um aufgenommen zu werden.

    Persönlicher Eindruck


    ‌Bei einem persönlichen Treffen sollten Interessenten auf die Kompetenz des Gewerbemaklers achten:
  • Wie gut ist dieser informiert?  
  • Werden Fragen ausreichend beantwortet? 
  • Werden Vor-und Nachteile angesprochen? 
  • Werden die Kosten genau erklärt? 
  • Wie viel Zeit nimmt sich der Gewerbemakler?
    ‌  
  • Erreichbarkeit


    ‌Gewerbemakler sollten gut erreichbar sein und sich möglichst schnell rückmelden. Das schafft eine Vertrauensbasis für Kunden.
    Hinweis:
    Eine Maklerprovision kann – als Betriebsausgabe – steuerlich abgesetzt werden.

    Gewerbemakler beauftragen – Was spricht dafür?

  • Gewerbemakler haben oft ein hohes Fachwissen und wissen, welche Preise sie verlangen können beziehungsweise welche Preise angemessen sind.  
  • Gewerbemakler bewerten die Immobilie nach Fakten und nicht nach Emotionen. Dadurch kann eher ein realistischer Verkaufspreis entstehen. 
  • Gewerbemakler übernehmen in der Regel die gesamte Vermarktung, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.  
  • Mit einem Gewerbemakler müssen Eigentümer nicht ständig selbst Angebote prüfen. Stattdessen bekommen sie vorbereitete Angebote vom Gewerbemakler.  
  • Gewerbemakler checken potenzielle Käufer im Vorhinein und prüfen, ob wirkliches Kaufinteresse vorhanden ist. Das erspart Eigentümern viel Zeit.  
  • Gewerbemietverträge werden frei verhandelt, weshalb gutes Verhandlungsgeschick gefragt ist. Gewerbemakler eignen sich dafür.  
  • Gewerbemakler weisen in der Regel vertragsrechtliches Wissen auf.
    ‌ 
  • Gewerbemakler – Fazit


    ‌Einen Gewerbemakler zu engagieren ist sinnvoll, wenn Eigentümer nicht über ausreichend fachliches Wissen verfügen und wenig Zeit für die Vermarktung haben. Die Vermarktung ist demnach zeitaufwendig und erfordert ausreichend Marktkenntnis. Eigentümer oder Interessenten sollten bei Gewerbemaklern anfangs dennoch vorsichtig sein und auf Transparenz, Knowhow und eine gute Beratung achten. Fühlen Sie sich bereits am Anfang schlecht beraten oder haben ein ungutes Gefühl, sollten Sie lieber weitersuchen. Gewerbemakler sollten von Beginn an offen und verständlich kommunizieren und auf alle Fragen des Auftraggebers eingehen. Komplizierte Fachbegriffe und Zeitdruck von Seiten des Maklers könnten ein Warnsignal sein.

    Gewerbemakler – Immobilien einfach erklärt

    Was bieten Gewerbemakler an?

    Gewerbemakler wickeln den Verkaufs- oder Kaufprozess von Gewerbeimmobilien ab. Gewerbemakler kümmern sich demnach um die gesamte Vermarktung der Immobilie – angefangen mit der Bewertung der Immobilie bis hin zum Vertragsabschluss. Zudem helfen Gewerbemakler bei der Erstellung von Gewerbemietverträgen und prüfen die Bonität von potenziellen Käufern. 

    ‌Weiterlesen: Was machen Gewerbemakler?

    Auf was sollte man bei Gewerbemaklern achten?

    Gewerbemakler sollten transparent kommunizieren – vor allem was die Kosten-Zusammensetzung angeht. Außerdem sollten Gewerbemakler auf Fragen von Kunden eingehen und sich Zeit nehmen. Wirtschaftliche Ausbildungen, Referenzen und die Zugehörigkeit bei einem Berufsverband sind weitere Merkmale für einen kompetenten Gewerbemakler. 

    ‌Weiterlesen: Gewerbemakler finden – Auf was sollte man achten?

    Wer bezahlt den Gewerbemakler?

    Die Maklerprovision kann zwischen Gewerbemakler und Auftraggeber frei verhandelt werden. Wer den Gewerbemakler letztlich zahlt hängt in der Regel von Angebot und Nachfrage ab. Bei einem Verkäufermarkt zahlt normalerweise der Käufer und bei einem Käufermarkt der Verkäufer. Bei Gewerbeimmobilien gilt das Besteller Prinzip (wer den Makler bestellt, zahlt auch) nicht. 

    ‌Weiterlesen: Gewerbemakler – Wer zahlt die Maklerprovision?

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