Debitkarte im Einsatz beim Bargeldabheben am Bankautomaten in Deutschland © Adobe Stock | Big blue

Debitkarte: Was sind Debitkarten & was können sie?

Die Debitkarte ist eine weit verbreitete Zahlungskarte. Manchmal wird sie mit der Kreditkarte verwechselt, weil auch Visa und Mastercard Debit Cards herausgeben. Zudem: Was sind eigentlich Girocard und EC-Karte? Einen Überblick erhalten Sie im vorliegenden Beitrag.

Was ist eine Debitkarte?


‌Eine Debitkarte ist eine Zahlungskarte, die das bargeldlose Bezahlen von Services und Waren sowie die Abhebung von Bargeld an Geldautomaten ermöglicht. Dafür braucht man eine Geheimzahl, einen sogenannten PIN. Die Karte bekommt man von der Bank, bei der man ein Girokonto hat, meist automatisch ausgestellt. Sie ist also mit dem Girokonto verbunden.
Hinweis:
Neben dem Begriff „Debitkarte“ haben sich auch andere Bezeichnungen etabliert. Zum Beispiel „EC-Karte“ (veraltet), „Girokarte“, „Bankkarte“, „Bankomatkarte“ oder „Sparkassenkarte“.
Da die Bank den Betrag zeitnah vom Girokonto abbucht, muss das Konto gedeckt sein. Oder: Der Kontoinhaber hat einen Dispo-Kredit für das Konto. Dann darf er das Konto überziehen. Aber nur so weit, bis der Dispo-Kredit-Rahmen ausgeschöpft ist. 

‌Im Gegensatz zur Kreditkarte geht das verwendete Geld direkt und innerhalb kürzester Zeit vom Girokonto ab. Bei der Kreditkarte hingegen in größeren Abständen, etwa alle 30 Tage. Jahresgebühren und Kosten für die Ausstellung von Debitcards fallen üblicherweise nicht an. 

‌Debit Cards werden typischerweise im ISO-7810-Format gefertigt und sind aus Kunststoff. Es existieren aber auch virtuelle Debitkarten, also nicht-physische.
Hinweis:
Visa und Mastercard sind die beliebtesten Kreditkarteninstitute. Auch sie bieten Debit Cards an. Diese sollte man aber nicht mit Kreditkarten verwechseln. Die Funktionsweise zwischen Kredit- und Debitkarten ist verschieden.

Ist Girocard = Debitkarte?


‌Ja, im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter einer Debitkarte eine Girocard. Genaugenommen handelt es sich dabei allerdings um zweierlei: Debit Cards werden von Visa oder Mastercard ausgegeben. Von Visa mit V-Pay-Logo drauf und von Mastercard mit Maestro-Logo drauf. Die Funktionsweise ist sehr ähnlich. Es gibt aber auch Girocards, die mit Mastercard und Visa zusammenarbeiten, um eine höhere Akzeptanz (im Ausland) zu ermöglichen. 

‌In Deutschland gibt es diese zwei Optionen für Debitkarten:
  • Girocard
  • Debitkarten von Visa und Mastercard  

  • Welche Vorteile hat eine Debitkarte?

    Hinweis:
    Eine Debit Card kann durchaus eine gute Alternative zu einer Kreditkarte sein. Beim Reisen ist eine Kreditkarte jedoch stets besser.

    1) Hohe Akzeptanz in Deutschland


    ‌Eine in Deutschland ausgegebene Debitkarte funktioniert auf jeden Fall in Deutschland. Ob etwas zu zahlen ist, hängt von der konkreten Karte ab. Die Konditionen bestimmt die Bank. Es gibt EC-Karten, mit denen man stets gratis Geld abheben kann. 

    ‌Mit anderen wiederum zahlt man ab einer bestimmten Anzahl an Abhebungen, z.B. ab der 4. Abhebung im Monat. 

    ‌Viele Bars, Restaurants etc. in Deutschland haben noch immer nicht die Möglichkeit der Kartenzahlung ergriffen. Das betrifft sowohl Debit- als auch Kreditkarten. Im Ausland kann man die Debitkarte nur verwenden, wenn sie eine V-Pay oder Maestro-Funktion hat.

    2) Übersicht durch sofortige Abbuchungen


    ‌Die verwendete Summe bei der Bargeldabhebung oder kontaktlosen Bezahlung wird sofort vom Konto abgezogen. „Sofort“ heißt, entweder am selben oder nächsten Tag. Erfolgt die Transaktion am Wochenende, wird am Montag abgebucht. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein.
    Hinweis:
    Man kann bei der Debit Card eine bessere Übersicht über das Konto und seine Bewegungen beibehalten.

    3) Sicheres System


    ‌Für die Bezahlung mit der Girocard braucht man einen PIN. Beträge bis zu 50 Euro lassen sich an der Kasse auch ohne PIN bezahlen. Darüber hinausgehende Summen jedoch erfordern jedenfalls eine PIN-Eingabe. Den Code sollte man keinesfalls in der Geldtasche aufbewahren.

    4) Mit Paypal verknüpfbar


    ‌Beim Onlineshoppen kommt man mit einer Debit Card häufig nicht weit. Das ist definitiv ein Nachteil. Aber: Die Girocard lässt sich mit beispielsweise PayPal oder Klarna verknüpfen. Dann kann man damit online einkaufen. Sofern der Onlineshop solche Zahlungsanbieter annimmt.

    Welche Nachteile hat eine Debitkarte?

    Hinweis:
    Um die Debit Card auch im Ausland zu verwenden, muss sie ein Symbol von V-Pay oder Maestro darauf hat.

    1) Akzeptanz nicht garantiert


    ‌Es kann sein, dass eine Debitkarte von Visa und Mastercard im Inland oder auch im Ausland nicht funktioniert. Ein Grund, warum die Debit Cards teilweise wenig akzeptiert werden: Für sie fallen höhere Gebühren als für die Kreditkarte an. Im Inland sind meist die Debitkarten der Kreditkartenhersteller Visa und Mastercard betroffen. Girocards aber funktionieren in Deutschland fast überall.
    Hinweis:
    Girokarten schalten beim Abheben im Ausland automatisch auf V-Pay oder Maestro um. Ein paar wenige Staaten akzeptieren V-Pay nicht.
    Es lohnt sich jedenfalls, vor der Reise bei der ausstellenden Bank zu fragen, ob die eigene Debit Card im Zielreiseland funktionieren wird. Gegebenenfalls muss man sie extra dafür freischalten lassen. Schwierigkeiten wird es in Europa aber tendenziell wenig geben.

    2) Kein Kreditrahmen wie bei der Kreditkarte


    ‌Eine Debit Card ist mit dem Girokonto des Karteninhabers verknüpft. Die Abbuchungen des Geldes erfolgen sehr zeitnah, meist noch am gleichen Tag. Das hat den Nachteil, dass nur so viel Geld zur Verfügung steht, wie das Konto hergibt

    ‌Eine Kontoüberziehung ist nur möglich, wenn die Bank einem einen Dispokredit gewährt hat. Für diesen fallen relativ hohe Dispo-Zinsen an. 

    ‌Bei der Kreditkarte hingegen erfolgt die Abbuchung vom Girokonto normalerweise alle 30 Tage. Mit der Kreditkarte hat man also mehr Flexibilität.
    Hinweis:
    Wie so oft, können Vorteile auch als Nachteile gewertet werden: Die Debitkarte sorgt dafür, dass man eine etwas bessere Übersicht über die eigenen Finanzen hat.

    3) Keine Teilzahlungen möglich


    ‌Anders als bei der Kreditkarte sind bei der Debit Card keine Ratenzahlungen möglich. Bei manchen Kreditkarten kann man sich die Option „Teilzahlung“ freischalten lassen. Die Abbuchung des Betrages erfolgt dann nicht auf einmal, sondern in Teilen.

    4) Als Sicherheit kaum akzeptiert


    Hotels, Mietwagenverleihe und andere Dienstleister nehmen eine Debit Card normalerweise nicht als Sicherheit an. Das kommt daher, dass kein Kreditrahmen zur Verfügung steht. Passiert etwas mit dem Mietwagen, hat der Verleiher keine Sicherheit. Für solche Fälle ist es am besten, sich zusätzlich zur Debitkarte auch eine Kreditkarte anzuschaffen.

    Was kostet eine Debitkarte?

  • Kontaktloses Bezahlen: 
    ‌Die Bezahlung von Services und Waren, egal ob an Ort und Stelle oder über Online-Einkäufe, kostet nichts.   
  • Abheben von Geld: 
    ‌Bargeldabhebungen können etwas kosten. Wie das geregelt ist, steht im Vertrag für das Girokonto, den man mit der Bank abgeschlossen hat (Karten- und Kontobedingungen). Es gibt Girocards, mit denen man bis zu einer festgelegten Anzahl im Monat Geld abheben kann. Mit anderen wiederum kann man sich sooft man will Bargeld an Automaten holen. 

    ‌Auch macht es meist einen Unterschied, ob man im In- oder Ausland abhebt. Es gibt Karten, mit denen man im ganzen EU-Ausland gratis Geld abheben kann. Zusätzlich verlangt der Automatenbetreiber im Ausland ebenfalls Gebühren. 

    Beim Abheben an Geldautomaten einer anderen Bank: Wer bei einem Bankautomaten einer anderen Bank Geld abhebt, muss zusätzliche Gebühren zahlen. Wie viel das ist, muss die Bank am Bildschirm digital oder mit einem Aufkleber anzeigen.   
  • Ausstellung der Karte: 
    ‌Die Debit Card kostet im Normalfall nichts. Die wenigsten Banken lassen sich die Ausstellung bezahlen. Genauso wie das Betreiben (laufende Gebühren) dieser Karte meist auch nichts kostet. Allerdings kostet das Betreiben eines Girokontos häufig etwas. 

  • Weitere Beiträge

  • Amazon-Kreditkarte
  • Debitkarte – Recht einfach erklärt

    Was ist der Unterschied zwischen EC und Debitkarte?

    Früher nannte man die Girocard „EC-Karte“. Heutzutage wird der Begriff häufig synonym verwendet. Das ist nicht ganz korrekt, denn die EC-Karte gibt es nicht mehr. Die Girocard löste die EC-Karte ab. Die Girocard ist die gebräuchlichste Debitkarte in Deutschland. 

    ‌Weiterlesen: Was ist eine Debitkarte?

    Welche Vorteile bietet eine Debitkarte?

    Jeder Girokontoinhaber bekommt eine Debit Card üblicherweise automatisch ausgestellt. Durch die direkte Abbuchung des Geldes hat man eine gute Übersicht. Mittlerweile nehmen schon viele Onlineshops Debit Cards an. Die Akzeptanz in Deutschland lässt sich ebenfalls sehen. Besonders bei der Girocard. 

    ‌Weiterlesen: Welche Vorteile hat eine Debitkarte?

    Welcher Unterschied besteht zwischen Kredit- und Debitkarte?

    Der Hauptunterschied liegt darin, dass bei Debitkarten das Geld zeitnah vom Girokonto abgebucht wird. Dafür hat man aber eine bessere Übersicht über die Finanzen. Bei der Kreditkarte geht das Geld in der Regel nur 1x im Monat weg. Es gibt aber noch einige andere wichtige Unterschiede. 

    ‌Weiterlesen: Welche Vorteile hat eine Debitkarte?

    Werden Debitkarten überall akzeptiert?

    Nein, im Inland und im Ausland werden mancherorts Debit Cards nicht akzeptiert. Im Inland werden sie von Visa und Mastercard nicht überall akzeptiert. Der Grund: Die Dienstleister müssen höhere Kosten als für Kreditkarten zahlen. 

    ‌Weiterlesen: Welche Nachteile hat eine Debitkarte?

    Kann man mit Debitkarte im Supermarkt bezahlen?

    In Deutschland lässt sich in Supermärkten und anderen Shops mit der Girocard jedenfalls bezahlen. Nicht überall werden jedoch Debitkarten von Visa oder Mastercard angenommen. Vor einer Auslandsreise sollte man sich bei der Bank informieren, ob man sie im Zielland verwenden kann. 

    ‌Weiterlesen: Welche Nachteile hat eine Debitkarte?

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