Premiumkreditkarte in Gold mit Kreditkartennummer und Chip © Adobe Stock | Atstock Productions

Premiumkreditkarten: Was können Gold, Platinum und Black?

Visa Gold, Mastercard World Elite & co. Premiumkreditkarten bieten umfassendere Leistungen als Standard-Karten. In diesem Beitrag erfahren Sie unter anderem, wann sie sich auszahlen, welche Vor- und Nachteile sie aufweisen und welche Gebühren dafür anfallen. Lesen Sie mehr.

Was sind Premiumkreditkarten?


‌Für Premiumkreditkarten fallen im Vergleich zu Standard-Kreditkaten höhere Jahresgebühren an. Sie können gleichzeitig aber auch mehr Services bieten: Etwa einen hohen Verfügungsrahmen, kostenlose Bargeldabhebungen weltweit, umfangreiche Versicherungsleistungen für Reisen, Concierge-Services, Bonus-Programme, Rabatte, Prämien etc. 

‌Bekannte Luxus-Kreditkarten sind z.B. die Mastercard-Gold- oder Platin-Kreditkarte. Die absolute Kult-Kreditkarte ist wohl die American Express Centurion. 

‌Je nachdem kostet eine Premiumkreditkarte zwischen 70 und mehreren Hundert Euro im Jahr an Grundgebühr.
Hinweis:
Im Gegenzug zu höheren Jahresgebühren ersparen einige Kreditkarteninstitute den Karteninhabern diverse andere Gebühren. Abhebungsgebühren, Fremdwährungsgebühren oder Auslandseinsatzentgelte fallen bei manchen Anbietern weg.

Kategorien von Premiumkreditkarten


‌Grundsätzlich lassen sich unterscheiden: 

‌1) (Standard-)Kreditkarten: 
‌Kostenlose Kreditkarten bzw. mit geringer Jahresgebühr und Basis-Möglichkeiten. Für die meisten Menschen ausreichend. 
‌Beispiele: Mastercard Standard oder Visa Standard

‌2) Gold-Kreditkarten: 
‌Die erste Kategorie der Premiumkreditkarten. Geringe Jahresgebühren und schon etwas bessere Leistungen als die Standard-Karten, etwa beim Versicherungsschutz. 
‌Beispiele: Visa Gold oder Miles & More Mastercard Gold

‌3) Platin-Kreditkarten: 
‌Die höchste „frei“ erhältliche Kategorie von Premiumkreditkarten. Ein hohes Nettoeinkommen ist Voraussetzung. 
‌Beispiele: American Express Platin Card oder Visa Platin

‌4) Black-Kreditkarten: 
‌Die schwarzen Kreditkarten machen die Luxusklasse aus. Nur auf Einladung erhalten Vermögende diese Karte. 
‌Beispiele: American Express Black Card (Centurion Card) oder MasterCard World Elite.

Welche Vorteile haben Premiumkreditkarten?

Hinweis:
Einige Premiumkarten sind bereits für eine geringe Jahresgebühr erhältlich.

1) Hoher bis unlimitierter Verfügungsrahmen


‌Premiumklasse-Kreditkarten haben den Vorteil, sehr große Verfügungsrahmen zu gewähren. Mit speziellen Premium-Karten, wie etwa mit der Mastercard Platinum oder Amex Platinum Card, lassen sich auch Transaktionen im fünfstelligen Bereich vornehmen. 

‌Wichtig: Für mehr Leistung braucht man auch eine höhere Bonität. Entsprechende Einkommensnachweise sind bei der Beantragung der Bank vorzulegen.

2) Umfassende Versicherungsleistungen


‌Einen riesigen Pluspunkt von Premium-Kreditkarten stellt der starke Versicherungsschutz dar. Viele solcher Karten beinhalten Versicherungen, die sich bei regelmäßiger Reisetätigkeit sehr auszahlen. Zu nennen sind beispielsweise:
  • Auslandskrankenversicherung
  • Reiserücktrittsversicherung 
  • Reiseabbruchversicherung 
  • Flugverspätungsversicherung 
  • Reisegepäcksversicherung
  • Mietwagenversicherung 
  • Einkaufsversicherung 
  • Mobilitätsgarantien 
  • Pannendienst/Abschleppdienst 
  • Vollkaskoversicherung für Mietwagen
    ‌ 
  • 3) Vorteile an Flughäfen


    ‌Hervor sticht eine Reihe von Zusatzoptionen an vielen Flughäfen weltweit. Zu erwähnen sind (unter anderen) folgende Leistungen:
  • Freier Zugang zu Flughafen-Lounges 
  • Nutzung der Fastlane am Flughafen 
  • Priority Check-in 
  • Hinweis:
    Der freie Eintritt in die Lounges an Flughäfen nennt sich „Priority-Pass“. Er gewährt kostenlosen Zugang in mehr als 1.000 Airport-Lounges auf der ganzen Welt.

    4) Sammeln von Punkten oder Meilen


    ‌Mit einigen Premiumkarten lassen sich Punkte oder Meilen sammeln. Das Prinzip dahinter: Für jeden Kartenumsatz bekommt der Inhaber Punkte/Meilen gutgeschrieben. Für die Punkte/Meilen erhält er dann Prämien. 

    ‌Eine solche Prämie kann z.B. ein Gratis-Flug sein oder die Möglichkeit, kostenlos bzw. vergünstigt einen Mietwagen auszuleihen.

    5) Status für Vielreisende bzw. Vielflieger


    ‌Vielverreisende genießen oft den Vorteil, Upgrades oder andere angenehme Leistungen obendrauf zu erhalten. Das können zum Beispiel ein Luxus-Mittagessen, freier Zugang zu einer Lounge, möglicherweise auch mit Begleitperson, ein besseres Hotel-Zimmer oder Ermäßigungen bei Veranstaltungen sein.

    6) Concierge-Services


    ‌Ein Concierge ist eine bequeme Sache für viele Inhaber von Premium-Kreditkarten. Ein Concierge ist vereinfacht gesagt ein persönliches Service, durch das man zum Beispiel Zutritt zu bereits ausverkauften Veranstaltungen erhält. Welche Möglichkeiten genau bestehen, teilen die ausstellenden Banken mit.

    7) Verbesserte Konditionen für bestimmte Hotels und Mietwagen-Verleiher


    ‌Einen Teil des Bonusprogramms stellen oft vorteilhafte Zusatzleistungen in speziellen Hotelketten dar. Die Bank geht auch häufig Kooperationen mit Mietwagen-Anbietern ein. Dann erhält der Karteninhaber etwa über ein Jahr die Möglichkeit, für ein paar Hundert Euro Mietwagen auszuleihen oder eben eine kostenlose Übernachtung in der Premium-Zimmerkategorie eines Hotels.

    8) Wegfall vieler Gebühren


    ‌Einige Premium- und Luxus-Kreditkarten ermöglichen eine komplett kostenfreie Bargeldabhebung weltweit. Die mitunter sehr hohen Fremdwährungsgebühren entfallen ebenfalls häufig. Für das bargeldlose Bezahlen fallen bei manchen Karten ebenso keine Gebühren an.

    9) Rabatte


    ‌Durch die Zusammenarbeit mit Händlern, Marken, Dienstleistern können sich auch Rabatte ausgehen: zum Beispiel für Wellness-Programme im Hotel, Restaurants, Tankstellen etc.

    Welche Nachteile haben Premiumkreditkarten?

    Hinweis:
    Für Personen mit hohen Ausgaben und Vielflieger sind die Nachteile zu vernachlässigen. Die Vorteile überwiegen deutlich.

    1) Jahresgebühr


    ‌An jährlichen „Grundgebühren“ kann man mit zwischen 70 und 300 Euro rechnen. Eine der teuersten Kreditkarte ist die American Express Black, mit einer geschätzten Jahresgebühr von bis zu 5.000 Euro. 

    ‌Diese Luxus-Kreditkarte ist allerdings nicht für gewöhnliche Verbraucher gedacht. Um sie überhaupt zu erhalten, möchte Amex ein Einkommen im 6-stelligen Bereich sehen. 

    ‌Davon abgesehen gibt es aber noch exklusivere Kreditkarten, die nur für die Reichsten vorgesehen sind.

    2) Hohe Zinsen bei Teil- und Ratenzahlungen


    ‌Was Premiumkarten zusätzlich von Standardkarten unterscheidet: Die Möglichkeit von Teil- bzw. Ratenzahlung von Rechnungen. Das geht jedoch mit sehr hohen Sollzinsen einher. Diese können bis zu 20 % der Kreditsumme liegen.

    3) Höhere Anforderungen für den Antragsteller


    ‌Angehende Inhaber müssen beweisen, dass sie finanziell ausreichend gut dastehen. Eine Schufa- bzw. Bonitäts-Prüfung ist hierfür obligatorisch. Auch wenn Menschen mit niedrigerem Einkommen grundsätzlich eine solche Karte verwenden könnten, möchten die Kreditinstitute trotzdem einen solchen Nachweis sehen. 

    ‌Wer einen schlechten Schufa-Eintrag hat, dem bleibt normalerweise auch eine normale Kreditkarte verwehrt. Eine gute Alternative für Menschen mit schlechter Bonität und Minderjährige ist eine Prepaid-Kreditkarte

    ‌Auf eine Prepaid-Karte laden sie im Vorhinein Geld, das sie dann verbrauchen können. Das Prinzip ist also etwas anders als bei den klassischen Kreditkarten. 

    ‌Platinum Cards bekommen ohnehin nur Menschen mit einem überdurchschnittlich hohen Einkommen.
    Hinweis:
    Die Schufa ist eine Einrichtung, welche die Kreditwürdigkeit von Personen und Unternehmen prüft. Die Abkürzung steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“.

    Welche Gebühren fallen an?


    ‌Für die zusätzlichen Leistungen der Exklusiv-Karten fallen auch höhere Gebühren an. Die Kosten setzen sich aus folgenden Punkten zusammen:
  • Jahresgebühr: 
    ‌Abhängig von Kreditkartentyp ist mit einem fixen Jahresbeitrag zwischen 70 (für übliche Premium-Karten) und maximal 300 Euro (für Spitzenklasse-Karten) zu rechnen. Darüber hinaus gibt es aber auch Karten mit einer Jahresgebühr von mehreren Tausend Euro (z.B. die Bank of Dubai First Royale Credit Card). Vereinzelt gibt es aber auch Premium-Karten ohne Jahresgebühr.   
  • Abhebegebühr: 
    ‌Je nach Premiumkarte fallen unterschiedliche Kosten fürs Abheben von Bargeld an. Es gibt auch solche, die gar keine Abhebegebühren verlangen. 
  • Kreditzins: 
    ‌Zahlt man den Kredit nicht zum Stichtag, fallen Zinsen an. Abhängig von der Karte kann das 8 bis 20 Prozent Zinsen für den Schuld-Betrag sein. 
  • Hinweis:
    Je nach Premium-Karte kann man mit jährlichen Gebühren zwischen 70 und 300 Euro rechnen. Es gibt aber auch noch weit teurere für mehrere Tausend Euro im Jahr.

    Welche Premiumkreditkarte ist die weltweit flexibelste?


    ‌Ob die Kreditkarte akzeptiert wird, hängt nicht von der Premium- oder Standardklasse der Karte ab. Sondern davon, um welche Kreditkarten-Marke es sich handelt. Visa und Mastercard sind die weltweit (und auch in Deutschland) am meisten verwendeten. Mit ihnen kann man eigentlich nichts falsch machen. 

    ‌Für Vielreisende lohnt sich aber möglicherweise ein etwas genauerer Blick. In Nordamerika ist Mastercard etwas besser akzeptiert. In asiatischen Ländern hat Visa einen kleinen Vorsprung. Für die meisten Menschen macht es aber keinen Unterschied, ob sie sich für Visa oder Mastercard entscheiden. 

    ‌Was American Express angeht: In Deutschland akzeptieren immer noch nicht so viele Stellen American Express wie z.B. Mastercard oder Visa. Die Zahl steigt zwar, lässt aber immer noch zu wünschen übrig. Hier kommt es aber stark auf die Branche an. Nicht alle Lebensmittelhändler nehmen die Karte. Im Kleidungs- und Drogerie-Sektor sieht die Sache schon besser aus. International ist die Akzeptanz von Amex-Karten gut. 

    Diners Club hat eine sehr niedrige Akzeptanz in Deutschland. Nur im Premium-Sektor kann sie verwendet werden.
    Hinweis:
    Um die 200 Länder akzeptieren Visa und Mastercard. Zahlenmäßig hat Visa ein paar Millionen Akzeptanzstellen mehr als Mastercard. Mit einer solchen Karte kann man eigentlich nichts falsch machen.

    Wo erhalte ich eine Premiumkreditkarte?


    ‌Der Ansprechpartner für die Ausstellung einer Premiumkreditkarte ist in der Regel die Bank, nicht die Kartenmarke selbst. Manche Kartenhersteller – zum Beispiel American Express – stellen sie aber auch direkt aus.
  • Banken: 
    ‌Interessenten können nach einem eingehenden Kreditkarten-Vergleich bei ihrer Hausbank nach einer Gold- oder anderen Premiumkreditkarte fragen. 
  • Andere Anbieter: 
    ‌Externe Anbieter von Kreditkarten sind zum Beispiel Finanzdienstleister wie American Express (kurz häufig „Amex“) oder große Unternehmen in der Reise- oder Verkehrsbranche wie etwa Lufthansa und ADAC. 

  • Brauche ich eine Premiumkreditkarte?


    ‌Exklusive Kreditkarten zahlen sich nur für Personen aus, die die Leistungen der Premiumkarte auch tatsächlich nutzen können. Wer durchschnittliche Ausgaben hat und selten verreist, braucht diese nicht. Für eine solche Person ist die kostenlose klassische Variante einer Kreditkarte vollkommen ausreichend. 

    ‌Aber auch wenn Menschen mit „normalen“ Ausgaben regelmäßig auf Reisen gehen, lohnt sich eine Premiumkarte nicht unbedingt. Sie werden üblicherweise schon bei den kostenfreien Karten fündig: Viele Gratis-Kreditkarten bieten kostenfreie Bezahlung und Geldabhebung im Ausland. 

    ‌Wer eine Premiumkreditkarte ins Auge fasst, sollte sich konkret folgende Fragen stellen:
  • Welche Leistungen bringen mir einen Vorteil? 
  • Kann ich die Leistungen in der Praxis tatsächlich nutzen? 
  • Welche Dinge habe ich bereits geregelt? Bin ich zum Beispiel schon bei einem Versicherungsunternehmen reiseversichert? 
  • Was decken die Versicherungsleistungen im Detail ab? Passen sie zu meinem Reiseverhalten? 
  • Welche Nachteile hat die Premium-Karte? 
  • Welche Fixkosten kommen auf mich zu? Welche Abhebegebühren und Kreditzinsen werden mir verrechnet?

    ‌ 
  • Weitere Beiträge

  • Amazon-Kreditkarte
  • Premiumkreditkarten – Recht einfach erklärt

    Was ist besonders an Premiumkreditkarten?

    Inhaber dieser Karten können zahlreiche Vorteile genießen. Etwa gebührenfreie Abhebungen im Ausland, Vorteile an Flughäfen wie Fast-Lane, Priority-Check-In, freier Zugang zu Airport-Lounges, einen hohen Verfügungsrahmen, einen umfassenden Versicherungsschutz, besonders für Reisen, Rabatte, Bonusprogramme etc. 

    ‌Weiterlesen: Welche Vorteile haben Premiumkreditkarten?

    Wer bekommt eine Platin-Kreditkarte

    Platin-Karten werden von verschiedenen Herstellern angeboten. Zum Beispiel von Visa, Mastercard oder American Express. Ein überdurchschnittliches Nettoeinkommen ist für die Erlangung einer solchen Karte nötig. 

    ‌Weiterlesen: Welche Nachteile haben Premiumkreditkarten?

    Wie viel kostet eine Premiumkreditkarte?

    Die Kosten für Premium-Kreditkarten setzten sich aus der Jahresgebühr, der Kreditzinsen (bei Teilzahlungen) und der Abhebegebühren (sowie der Gebühren für den Automatenbetreiber) zusammen. Die jährliche Gebühr beträgt bei Premium-Karten etwa zwischen 70 und 300 Euro. 

    ‌Weiterlesen: Welche Gebühren fallen an?

    Was ist die flexibelste Premium-Kreditkarte?

    Visa und Mastercard haben die meisten Akzeptanzstellen weltweit. Für Visa sind es ca. 46 Millionen, für Mastercard ca. 44 Millionen Bezahlpunkte. Weniger stark vertreten – international, aber noch weniger in Deutschland – sind American Express und Diners Club. 

    ‌Weiterlesen: Welche Premiumkreditkarte ist die weltweit am flexibelsten?

    Wer braucht eine Premiumkreditkarte?

    Menschen mit hohen Ausgaben und Vielreisende bzw. Vielflieger profitieren von einer Premium-Kreditkarte möglicherweise mehr als mit einer klassischen kostenlosen Variante. Dafür fallen aber auch höhere Jahresgebühren an. Man sollte die Vor- und Nachteile vergleichen und dann entscheiden. 

    ‌Weiterlesen: Brauche ich eine Premiumkreditkarte?

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