Spermaspender werden: Reproduktionsmediziner analysiert Samenprobe eines Mannes im Labor © Adobe Stock | burdun

Samenspender werden in Deutschland: Die 5 wichtigsten Infos

In Deutschland gibt es strenge Richtlinien für Samenspender. Samenbanken lassen nur ca. 10 % aller Bewerber für regelmäßige Spenden zu. Besonders die Anforderungen an das Spermiogramm sind hoch: Wer Samenspender werden will, braucht eine überdurchschnittlich hohe Spermaqualität. Lesen Sie mehr.

Wie können Männer in Deutschland Samenspender werden?


‌Wer Samenspender werden möchte, muss zwischen zwei Formen der Samenspende unterscheiden: 

‌1) anonyme Samenspende über eine Samenbank 

‌2) private Samenspende
Hinweis:
Dieser Beitrag zeigt nur, wie Männer Samenspender werden können. Alles über rechtliche Aspekte und andere wichtige Infos zur Samenspende lesen Sie im umfassenden Beitrag Samenspende.

Bei Samenbanken


‌Männer zwischen 18 und 40 können in Deutschland Samenspender werden. Dazu können sie sich an eine Samenbank wenden. Neben den Altersanforderungen gibt es viele weitere Voraussetzungen. 

‌Die Samenbanken erstellen zum Beispiel ein Spermiogramm. Dieses gibt Aufschluss über die Qualität und Quantität des Spermas. Darüber hinaus dürfen keine Infektionskrankheiten oder genetisch bedingte Krankheiten vorliegen. 

‌Die Samenbanken nehmen nur ca. 10 % aller Bewerber als Spermaspender an. 

Grund dafür: Die Spermien werden bei minus 196 Grad Celsius kryokonserviert. Das heißt, eingefroren und dann bei Bedarf wieder aufgetaut. 

‌Nicht jedes Sperma hat auch nach dem Auftauen noch eine hohe Qualität und Quantität an Spermien. Daher können nur jene Männer Samenspender werden, dessen Samen diese Prozedur am besten überstehen. 

‌Die Qualität des Spermas kann zudem auch bei einem Spender variieren. Deshalb erhalten Spender normalerweise die Aufwandsentschädigung nur in zwei Teilen. Stellt die Samenbank später fest, dass sie die Spende nicht gebrauchen kann, bekommt der Spender den zweiten Teil des Geldes nicht mehr. Die Samenbank kann den Spender im Nachhinein ablehnen, etwa weil der Kontroll-Gesundheitscheck einige Monate nach der letzten Abgabe nicht passt.
Hinweis:
Stellt die Samenbank ein paar Monate nach der letzten Spermaabgabe fest, dass der Spender sich zwischenzeitlich mit einer Infektionskrankheit infiziert hat, wird sie den letzten Spendezyklus zur Sicherheit ablehnen.

Private Samenspender


‌Außer der kommerziellen reproduktionsmedizinischen Behandlungen mithilfe von Samenbanken gibt es auch private Samenspenden. Bei dieser Variante verabreden sich der private Spender und die Frau oder das Paar mit Kinderwunsch zu einer privaten Spermaspende. 

‌Für solche privaten Spenden gibt es keine Voraussetzungen und keine Qualitätsstandards. Das heißt, Spender und Interessentinnen machen sich alles untereinander aus. 

‌Diese Form ist in der Regel kostengünstiger als die Variante per Samenbank. Sie birgt aber auch gewisse Risiken. Zum Beispiel kann der Spender unterhaltspflichtig werden, die Beteiligten können sich mit einer Infektionskrankheit anstecken, usw. 

‌Das Kennenlernen findet häufig übers Internet statt. Auf Spenderportalen, die so ähnlich wie Dating-Börsen funktionieren. Die Nutzer haben ein Profil und geben bestimmte persönliche Daten preis: Was sie sich vorstellen, was für sie nicht funktioniert, welche Augen- und Haarfarbe sie haben, Größe, Gewicht etc. 

‌Bei privaten Spenden haben sich drei Formen etabliert: 

‌1) Bechermethode: Spender ejakuliert in Becher, die Frau bringt den Samen ihre Vagina ein. 

‌2) Natürliche Methode: Spender und Frau haben Geschlechtsverkehr 

‌3) Verkürzte Methode: Spender und Frau haben verkürzt Geschlechtsverkehr (Spender masturbiert und dringt kurz vor dem Höhepunkt in die Frau ein)
  • Alles zur privaten Samenspende lesen.

  • Warum Männer Samenspender werden?


    ‌Die Motivationen von Männern, Samenspender werden zu wollen, sind unter anderem:
  • Weitertragen des eigenen Gen-Materials 
  • Sich-fortpflanzen-wollen 
  • Anderen zu einem Kind verhelfen 
  • Bestätigung der eigenen Fruchtbarkeit 
  • Anderen eine Freude machen

    ‌ 
  • Wie werden Samenspender in Deutschland ausgewählt?


    ‌Die Voraussetzungen für Samenspender sind:
    ‌ 
  • Altersklasse: zwischen 18 und 40 (mancherorts auch bis 50)   
  • Gesundheitscheck: Überprüfung der mentalen und körperlichen Gesundheit, allgemeinmedizinische Untersuchung, Test auf Erb- und Infektionskrankheiten (z.B. HIV, Hepatitis, Chlamydien), Blutwerte-Check.   
  • Lebensführung: Keine Alkohol-, Drogen- oder Nikotinsucht   
  • Spermiogramm: Überdurchschnittliche Qualität und Quantität der Spermien 

  • Können Raucher Samenspender werden?


    ‌In einigen Samenbanken können sich auch Raucher bewerben. Sind sie jedoch starke Raucher, haben sie geringe Chancen. Dasselbe gilt für Männer, die viel Alkohol oder andere Drogen konsumieren. Für genauere Details geben die jeweiligen Samenbanken Auskunft.

    Wie sieht der Ablauf einer Samenspende aus?


    ‌Die Spermaspender geben direkt bei der Reproduktionsklinik Samenproben ab, die dann durchgecheckt werden. Stimmen die Werte, können sie regelmäßig Samen spenden. Bevor sie den Vertrag eingehen, werden sie über alle Rahmenbedingungen und über die rechtlichen Konsequenzen informiert. 

    ‌Frauen bzw. Paare mit unerfülltem Kinderwunsch können in Deutschland den Samenspender meist nach bestimmten Kriterien auswählen:
  • Ethnische Herkunft 
  • Bildungsstand 
  • Haar- und Augenfarbe 
  • Größe 
  • Gewicht
  • Blutgruppe

  • ‌Möglich ist aber auch, dass die Wunscheltern den Samenspender zufällig auswählen lassen.
  • Mehr zum Ablauf einer Samenspende lesen  

  • Was verdienen Samenspender?


    ‌Wie viel Geld Spermaspender erhalten, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland teilweise stark. Auch zwischen den reproduktionsmedizinischen Kliniken bzw. Samenbanken. 

    ‌In der Regel bekommen Samenspender für eine Spende in etwa 40-100 Euro Aufwandsentschädigung. Die Fertilitätskliniken sprechen auf ihren Webseiten oft nicht von Verdienst, da sie den sozialen Aspekt der Spende hervorheben wollen. Tatsächlich sind die meisten Samenspender aber Studenten, die sich bei regelmäßiger Spende einiges an Geld verdienen können. 

    ‌Die Kliniken zahlen die Aufwandsentschädigung meist in oder nach mehreren Etappen. Lässt sich die Samenspende im Nachhinein gesehen nicht verwenden, gibt es nur einen kleinen Teil davon.

    Weiterführende Beiträge

  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Samenspender werden – Recht einfach erklärt

    Wie kann man in Deutschland Samenspender werden?

    Männer können sich bei einer Samenbank bewerben oder private Spermaspender werden. Eine Samenbank stellt hohe Anforderung. Besonders an das Spermiogramm. Bei einer privaten Samenvermittlung gibt es keine Standards. Dabei hängt alles von den Vorstellungen von Spendern und Suchenden ab. 

    ‌Weiterlesen: Wie können Männer in Deutschland Samenspender werden?

    Wie viele Männer, die Samenspender werden wollen, dürfen Sperma spenden?

    Es werden im Schnitt nur 10 % der Spermaspende-Bewerber für die Spende zugelassen. Das hat damit zu tun, dass die Samenbanken hohe Anforderungen an die Bewerber haben. 

    ‌Weiterlesen: Wie können Männer in Deutschland Samenspender werden?

    Bis zu welchem Alter kann man in Deutschland Samenspender werden?

    Grundsätzlich ist der Altersbereich auf 18 bis 40 festgelegt, in manchen Kliniken kann aber auch bis 45 oder 50 gespendet werden. 

    ‌Weiterlesen: Wie werden Samenspender in Deutschland ausgewählt?

    Wie viel Geld bekommen Samenspender?

    Das hängt von der Klinik und vom Bundesland ab. Ungefähr zwischen 40 und 100 Euro Aufwandsentschädigung pro Spende. 

    ‌Weiterlesen: Was verdienen Samenspender?

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